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Sarkozy und die Republikaner: Zurück auf Los


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Sarkozy und die Republikaner: Zurück auf Los

Die UMP war einmal, jetzt kommen die Republikaner. Die konservative französische Oppositionspartei unter Vorsitz von Nicolas Sarkozy will einen Neuanfang – mit der klaren Zielsetzung, 2017 die Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Fehler von einst, Skandale von einst, Fehden von einst sollen angesichts neuer Farben verblassen. Doch ist es wirklich so einfach?

“Wir müssen den Schulen, der Wirtschaft, der Gesellschaft, den Familien und der Justiz neuen Mut geben”, sagt Sarkozy. “Das ist das Ziel, deshalb haben wir den Namen ‘Die Republikaner’ gewählt. Wir wollen all denjenigen den Mut wiedergeben, die ihn verloren haben. Das ist die größte Herausforderung, die eine politische Bewegung sich selbst aufladen kann”, so der kämpferische ehemalige Präsident.

Der Parteitag samt Namens- und Identitätsänderung sollte Einheit und Zusammengehörigkeit demonstrieren. Doch dass dem nicht so ist, daran ändert auch ein neuer Anstrich nichts. Sarkozys Rivale Alain Juppé sagt zwar: “Wir mussten ein neues Kapitel beginnen, weil die UMP Jahre schwerer Turbulenzen hinter sich hat. Jetzt gibt es neuen Elan – aber auf der Basis derselben Prinzipien, nämlich der Einheit.”

Doch Juppé und Sarkozy sind sich nicht grün. “Nicolas Sarkozy hat die Partei, doch die Partei steht bisher hinter mir. Ich baue mein kleines Unternehmen auf, manchmal sind kleine Unternehmen ja effektiver als große, börsennotierte Unternehmen”, so Juppé. Was der ehemalige Ministerpräsident damit sagen will: Es reicht nicht, den Namen zu ändern, um das Kriegsbeil zu begraben. Schließlich schielt auch Juppé auf eine Präsidentschaftskandidatur in zwei Jahren.

“Wenn es uns nicht gelingt, das republikanische Modell neuzuerfinden – in Bezug auf unser Wirtschaftsmodell einerseits und die Identität andererseits – dann kann man den Namen so oft ändern, wie man viel, das wird aber nichts ändern”, sagt ein Parteimitglied.

Wer sind die “wahren Republikaner”?

Mit ihrem neuen Namen wollen sich die französischen Konservativen als die “wahren Republikaner” darstellen und zugleich der politischen Konkurrenz eins auswischen – vor allem den regierenden Sozialisten.

“Es wird nicht nur versucht, die Gegner zu verletzen. So ist das in der Politik. Sie fügen aber auch dem Land unnötigerweise Schaden zu”, meint Ministerpräsident Manuel Valls.

Für Florian Philippot, den Vizechef des rechtsgerichteten Front National, ist die neue Namensgebung der Konservativen ein “Marketing-Spielzeug”. Die Umbenennung in “Die Republikaner” zeige Sarkozys Amerika-Besessenheit, so der FN-Politiker.

Mit dem neuen Namen will Sarkozy suggerieren, eine Partei für alle Franzosen anzuführen. Seine Gegner werfen ihm vor, den Begriff der Republik zu missbrauchen. Ihre Bemühungen, den Namen gerichtlich zu verhindern, scheiterten allerdings.

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