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Medien: HSBC will 20.000 Jobs streichen

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Medien: HSBC will 20.000 Jobs streichen

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Europas größte Bank, die britische Großbank HSBC, will einem Medienbericht (Sky News)zufolge tausende Stellen streichen. Die genaue Zahl stehe noch nicht fest, es gehe aber um bis zu 20.000 Arbeitsplätze, werden Bankenkreise wiedergegeben. Europas größte Bank beschäftigt derzeit noch 266.000 Mitarbeiter (Ende 2007: 315.000), davon 48.000 in Großbritannien. Käme es zu dem angekündigten Stellenabbau, gingen etwa 7,5 Prozent der Jobs bei HSBC verloren.

Jim Antos, Bank-Analyst, Mizuho Securities

“Höchstwahrscheinlich ist das keine Antwort auf ihre Probleme. Der Aktienkurs ist schon seit einigen Jahren tot. Und der Markt will, meine ich, etwas mit Substanz, eine neue Strategie…”

Vorstandschef Stuart Gulliver, der 23 Jahre lang in Hongkong lebte, übernahm seinen Job vor 4 Jahren und ist seitdem vor allem mit dem Abbau von Arbeitsplätzen und dem Abstoßen von Unternehjmensteilen beschäftigt´.

Notwendig wäre ein entschlossener Umbruch, meint UBS-Analyst John-Paul Crutchley, da das Management nach 30 Jahren geografischer Diversifizierung durch Zukäufe mit der organisatorischen Komplexität und suboptimalen Erträgen zu kämpfen habe. Thomas Stögner, Analyst bei der australischen Investmentbank Macquarie hält es für möglich, dass HSBC die erste Großbank sein könnte, die aufgespalten wird. Eine Trennung des europäischen und des asiatischen Geschäfts hält er für sinnvoll.

Unlängst hatte die “Sunday Times” berichtet, das Institut denke über eine Abspaltung des britischen Privatkundengeschäfts nach. Im Januar hatte die rivalisierende Bank Standard Chartered angekündigt, 4.000 Stellen allein im weltweiten Privatkundengeschäft zu streichen.

Beide Institute sind stark auf Asien konzentriert und erwägen, mit ihren Konzernzentralen London den Rücken zu kehren.

Als Grund nennen sie den Unmut der Aktionäre über wachsende Abgaben in Großbritannien.

Die HSBC musste sich in jüngster Zeit mehreren Skandalen stellen: Wegen Manipulationen an Devisenmärkten zahlte das Unternehmen Strafen an die Regulierungsbehörden in den USA und in Großbritannien. Zudem soll die Schweizer Tochter laut den als “Swissleaks” bekannten Enthüllungen in der Vergangenheit Kunden bei Steuerhinterziehung geholfen haben. Die Schweizer Filiale hatte sich nach den Enthüllungen von den kritisierten Praktiken distanziert.

Im ersten Quartal hatte die HSBC dank der wirtschaftlichen Erholung mehr als zuvor verdient. Der Vorsteuergewinn kletterte um vier Prozent auf 6,4 Milliarden Euro.

In den fünf Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise hatten die vier größten britischen Banken an die 200.000 Jobs gestrichen.

su mit dpa, AFP, Reuters