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Russland will mit Energie Sanktionen aushebeln

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Russland will mit Energie Sanktionen aushebeln

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Russland will ungeachtet der westlichen Sanktionen den Energie-Export weiter ausbauen.

So plant der Energiekonzern Gazprom trotz der geltenden US-Sanktionen beim Export von Fracking-Technologie in drei Jahren mit der kommerziellen Schieferölproduktion im Ölfeld Bazhenov in Westsibirien zu beginnen.

Das Unternehmen zielt darauf ab, rund 40.000 Barrel Rohöl pro Tag zu produzieren, so Kirill Strizhnev, Leiter der Abteilung unkonventionelle Projekte der Gazprom-Tochter Gazprom Neft. Das sind etwa 2,7 Prozent der Tagesleistung von 1,5 Millionen Barrel Öl-Äquivalent von Gazprom Neft.

Russlands Bemühungen, es dem Schieferöl-Boom im US-Staat North Dakota gleichzutun, wird vom US-Ausfuhrverbot für Ausrüstungen und Technologien nach Russlands Annexion der Krim und dem Aufstand in der Ukraine behindert. Joint Ventures mit Exxon Mobil, Total und Royal Dutch Shell sind lahmgelegt. Russland fördert weiter kleinere Mengen durch Fracking.

“Ausländische Unternehmen sind stärker in diesen Bohr-Methoden, es geht schneller, wenn wir es mit westlicher Hilfe tun”, so Alexei Vashkevich, Leiter der geologischen Erkundung bei Gazprom Neft. “Können wir es ohne sie schaffen? Ja wir können. Es wird ein wenig härter sein und wird ein wenig länger dauern, aber es ist möglich.”

Gazprom Neft schätzt die aktuell förderbaren Reserven in Bazhenov auf mehr als 70 Millionen Tonnen. Das Feld Bazhenov insgesamt könnte bis zu 22 Milliarden Tonnen enthalten, so Russlands Energieministerium.

Anti-Sanktionsstrategie, Teil zwei:
In China hat der Rohrleitungsbau an der Gaspipeline “Macht von Sibirien” begonnen. Sie soll ab 2017 russisches Gas nach China bringen.

Russland und China hatten im vergangenen Jahr einen 362-Milliarden-Euro-Gas-Deal über 30 Jahre abgeschlossen, Russland investiert 50 Milliarden Euro in den Bau der Pipeline.

su mit dpa