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Songhoy Blues: Die vielen Gesichter Malis

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Songhoy Blues: Die vielen Gesichter Malis

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“Music in Exile” heißt das Debüt-Album der Band Songhoy Blues aus Mali. Eine Band ohne Grenzen, Stammeszugehörigkeit und Religion spielen keine

“Music in Exile” heißt das Debüt-Album der Band Songhoy Blues aus Mali.
Eine Band ohne Grenzen,
Stammeszugehörigkeit und Religion spielen keine Rolle. Die vier Musiker sehen es als ihre Aufgabe, die verschiedenen Gesichter Malis zu vereinen. Wie in dem Song “Al Hassidi Terei”.

Songhoy Blues, hier bei ihrem jüngsten Auftritt im Londoner CLub Village Underground, beschlossen Musik zumachen, um gegen die Terrorherrschaft islamistischer Gruppen im Norden Malis zu protestieren. Denn Musik wurde als Erstes verbannt.

Aliou Touré, Sänger und Gitarrist: “Musik wurde zensiert, weil es keinen Staat mehr gab, keine Autorität. Das geschah zeitgleich mit einen Staatsstreich und politischen Problemen. Es war ein radikaler Dschihad. Das bedeutet: Dieben wird die Hand abgehackt. Wer mit sich mit einem Mädchen trifft, wird bestraft. Wer Musik auf seinem Handy hat, dessen Telefon wird beschlagnahmt oder zerstört. Wer mit Instrumenten in der Hand überrascht wird, dem werden sie weggenommen und zerschlagen.”

Die Band spielte zunächst auf Festen und Hochzeiten, bevor sie von dem Musikprojekt African Express entdeckt wurde, das sich für die Förderung afrikanischer Bands einsetzt.

Ihr Stil: eine Mischung aus traditionellen Klängen, Blues und Rock. Die Texte handeln von ernsten Themen.

Aliou Touré, Sänger und Gitarrist: “Songtexte sind oft bedeutender als jede politische Rede, weil sie weiter gehen, als politische Parolen. Sie sind überall zu hören. Jeder hört zu.”

Sonhoy Blues sind derzeit für ein paar Konzerte in Nordamerika unterwegs.