Eilmeldung

Eilmeldung

EZB bleibt locker: "Der Aufschwung ist unterwegs"

Sie lesen gerade:

EZB bleibt locker: "Der Aufschwung ist unterwegs"

Schriftgrösse Aa Aa

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den
Leitzins im Euroraum auf dem Allzeittief von 0,05 Prozent. Das beschloss der Rat der Notenbank wie erwartet. Damit bleibt Zentralbankgeld für Geschäftsbanken extrem günstig.

Seit März versuchen die Währungshüter zudem, die Konjunktur und den Preisauftrieb mit einem gewaltigen Kaufprogramm anzuschieben. Monatlich 60 Milliarden Euro werden gegen Staatsanleihen und andere Vermögenswerte in die Wirtschaft gepumpt, insgesamt 1,1 Billionen Euro bis September 2016. Bis zum 29. Mai erwarb die EZB im Rahmen dieses Programms allein Staatsanleihen im Gesamtvolumen von rund 147 Milliarden Euro.

Das frische Geld kommt im Idealfall über Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das könnte Investitionen und Konsum anschieben und so die Konjunktur in Schwung bringen und die Inflation anschieben.

Mario Draghi, EZB-Präsident:

“Der Aufschwung ist unterwegs, genau nach unseren Erwartungen. Trotzdem – wir hatten mit stärkeren Zahlen gerechnet.

Ein längerer Zeitraum mit sehr niedrigen Zinsen führt zu einer Reihe von Problemen – finanzielle Risiken, Volatilität. Gibt das einen guten Grund her, unsere Geldpolitik zu ändern? Die Antwort ist nein.”

Die Teuerung im Euroraum ist weiterhin niedrig und weit vom EZB-Ziel von knapp unter 2,0 Prozent entfernt. Aber immerhin sinken die Preise nicht mehr.

Im Mai stieg die jährliche Inflationsrate im Euroraum nach vorläufigen Zahlen der Statistikbehörde Eurostat von 0,0 Prozent im April auf 0,3 Prozent. Damit zogen die Verbraucherpreise zum ersten Mal in diesem Jahr auf Jahressicht wieder leicht an. Noch im Januar hatte ein Minus von 0,6 Prozent Sorgen vor einer Deflation – also einem Preisverfall auf breiter Front – geschürt.

Thema Griechenland: “Der EZB-Rat will, dass Griechenland im Euro bleibt”, betonte Draghi. “Mit der richtigen Politik ist die griechische Wirtschaft lebensfähig.”

Einem Insider zufolge hat die EZB weitere Nothilfen der Athener Notenbank an Hellas-Geldhäuser abgesegnet. Demnach wurde die Obergrenze für Liquiditätshilfen um 500 Millionen auf inzwischen 80,7 Milliarden Euro erhöht.

Griechische Institute sind stark auf diese Notmaßnahmen angewiesen, da Bankkunden im Zuge der Krise Milliarden von ihren Konten abgezogen haben.

su mit dpa, Reuters