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FIFA-Skandal: Russland und Katar sehen WM nicht in Gefahr

Schon 2010 bekamen sie den Zuschlag, seit Jahren wird in Russland und Katar gebaut – beide Länder betonten nun, ihre Weltmeisterschaften seien trotz

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FIFA-Skandal: Russland und Katar sehen WM nicht in Gefahr

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Schon 2010 bekamen sie den Zuschlag, seit Jahren wird in Russland und Katar gebaut – beide Länder betonten nun, ihre Weltmeisterschaften seien trotz Korruptionsverdacht und Ermittlungen nicht in Gefahr.

Kritiker, wie der englische Fußballverbands-Vorsitzende Greg Dyke, sehen die WM 2018 und 2022 auf tönernen Füßen: Nach dem Rücktritt Sepp Blatters wünschen sie sich nicht nur einen Neuaufbau der FIFA, sondern auch eine Neubewertung der beiden Vergaben.

Zumal auch die Schweizer Polizei dazu ermittelt, schon seit Mitte März und unabhängig vom FBI. Sie geht Hinweise nach, dass auf Schweizer Boden Schmiergeld floss und gewaschen wurde.

Der russische Sportminister Vitali Mutko gibt sich zuversichtlich. Alles sei mit rechten Dingen zugegangen, zumal die Wahl nicht von einer einzelnen Person, sondern einem Kommittee gefällt und noch vom FIFA-Kongress bestätigt worden sei.

“Während des letzten Kongresses, als wir einen Zwischenbericht über die Vorbereitungen abgegeben haben, gab es keine einzige Nachfrage”, sagte Mutko. “Alle vertrauen und unterstützen Russland. Ich sehe absolut keine Bedrohung.”

Auch Katar weist jeden Verdacht über mögliche Unregelmäßigkeiten zurück. Das Außenministerium teilte mit, man habe schlicht das beste Dossier vorgelegt, bei den Verdächtigungen handele es sich um eine feindliche Kampagne. Der Präsident des Fußballverbandes, Sheikh Hamad Bin Khalifa Bin Ahmed Al-Thani sagte, sein Land würde die Weltmeisterschaft nicht kampflos aufgeben.

Wie wackelig die Vergaben sind, ist derzeit nicht klar. Im Fall von Katar, dass die Weltmeisterschaft 2022 ausrichten soll, wäre eine Neuvergabe wegen der noch verbleibenden Zeit jedenfalls einfacher.

Wirtschaftlich wäre das für das reiche Land wohl zu verkraften, sagen Beobachter, zumal viel der geplanten WM-Infrastruktur auch anderen Zwecken dienen werde.

Die Börse des Emirats blieb zumindest emotional nicht ganz unberührt: Der Doha-Index brach nach dem Blatter-Rücktritt kurz auf ein Sieben-Wochen-Tief ein, erholte sich bis zum Mittwochabend aber wieder.