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OECD senkt Wachstumsprognose: "Den Investitionen fehlt der Saft"

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OECD senkt Wachstumsprognose: "Den Investitionen fehlt der Saft"

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Die OECD -Volkswirte haben ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr zurückgenommen und benoten die globale Wirtschaft mit einem schäbigen “B-minus” das heißt bei den meisten Ratingagenturen “hochspekulativ, kein Investment”. “Die schlechten ersten Quartale in den USA und China ziehen die Weltwirtschaft nach unten”, prophezeite der für Konjunkturstudien zuständige OECD-Direktor Christian Kastrup.

Auch wenn die beiden Länder im Lauf des Jahres wahrscheinlich aufholten, könne die globale Wirtschaft 2015 nur mit 3,1 Prozent Plus rechnen. Noch im November hatte die OECD den Zuwachs auf mindestens 3,7 Prozent geschätzt. 2016 wird nun mit plus 3,8 (zuvor 4,3) Prozent gerechnet.

OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría

“Die Weltwirtschaft erholt sich weiter, aber immer noch werfen hohe Arbeitslosigkeit, steigende Ungleichheit, niedrige Löhne und geringes Produktivitätswachstum ihre Schatten. Den Investitionen fehlt einfach der Saft, das erklärt diesen Zustand hauptsächlich.”

Unternehmen scheuten weiterhin vor Investitionen zurück, weil sie nicht sicher seien, ob der Aufschwung anhält. Und Regierungen schöben Infrastruktur-Investitionen auf die lange Bank, so OECD-Chefökonomin Catherine Mann.

Während die USA 2015 eine Wachstumsdelle erleben, bevor es wieder aufwärtsgeht (2,0 nach 2,4 Prozent, 2016 2,8 Prozent), bescheinigt die OECD der Euro-Zone gute Konjunktur-Perspektiven – sie wird seit März von einer massiven Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) gefördert. Für dieses Jahr sagt die Staatengruppe ein Plus von 1,4 Prozent und für 2016 von 2,1 Prozent voraus – Deutschland liegt jeweils ein paar Zehntelpunkte über dem Schnitt.

So soll die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr trotz der Wachstumsdelle im Winter um 1,8 Prozent zulegen, getragen von höheren Investitionen, mehr Staatsausgaben und konsumfreudigen Bürgern. Für
2016 rechnen die Fachleute dann mit einem Plus von 2,4 Prozent.

Chinas Wirtschaft dürfte 2015 wie 2016 um weniger als sieben Prozent wachsen.

In Griechenland bleibt das Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 nach wie vor schwach (0,1 Prozent), Unsicherheit über das Reformprogramm und schlechtere Liquiditätsbedingungen hätten das Vertrauen der Unternehmen und Investitionen untergraben. 2016 dürften das Wachstum an Dynamik gewinnen (2,3 Prozent) und die Arbeitslosigkeit zurückgehen.

su mit dpa, Reuters