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FIFA-Skandal: Belastende Aussagen und ein Geständnis


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FIFA-Skandal: Belastende Aussagen und ein Geständnis

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FIFA-Präsident Joseph Blatter wird von seinem ehemaligen Vertrauten und Stellvertreter Jack Warner im Rahmen des Korruptionsskandals indirekt belastet.

Warner erkaufte sich Sendezeit bei einer Fernsehstation in seiner Heimat Trinidad und Tobago, um eine Stellungnahme zu verbreiten. Er ist gegen Kaution auf freiem Fuß und fürchtet nach eigenen Angaben um sein Leben:

“Ich habe eine umfangreiche und detaillierte Liste von Dokumenten erstellt,darunter Schecks und aussagekräftige Stellungnahmen. Die Liste habe ich in verschiedene vertrauenswürdige Hände gegeben. Damit sind sie, wie vorher schon erwähnt, unwiederbringlich außerhalb meiner Reichweite. Ein Rückzieher ist jetzt nicht mehr möglich. Eine Kehrtwende kann es auch nicht geben.”

Warner steht als einer von sechs Fußball-Funktionären auf der “Roten Liste” von Interpol, einem steckbrieflichen Fahndungsaufruf.

Warner erklärte, der Fußballweltverband habe seine Partei “Independent Liberal Party” in Trinidad und Tobago im Wahlkampf vor fünf Jahren finanziell
unterstützt. Und: FIFA-Funktionäre hätten davon gewusst, darunter auch Blatter.

Die mutmaßlichen Warnungen aus der Karibik folgten auf Korruptionsbeweise aus New York.

US-Kronzeuge und Ex-FIFA-Funktionär Chuck Blazer gab laut Gerichtsprokollen zu: Vor den WM-Vergaben 1998 und 2010 flossen Millionen Dollar aus Afrika an Funktionäre der FIFA in den USA und der Karibik. Chuck Blazer übernimmt dafür die Verantwortung, Namen von Komplizen werden nicht genannt.

Reaktionen der FIFA, sowohl zum Blazer-Protokoll als auch zu den Warner-Aussagen, standen noch aus.

Mit den WM-Turnieren 1998 und 2010 sowie der ebenfalls in weiteren Verfahren untersuchten Vergabe der WM 2018 an Russland und der WM
2022 in Katar stehen insgesamt vier Endrundenturniere unter Korruptionsverdacht.

Keine Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten förderte die Blazer-Befragung für die WM 2006 in Deutschland zutage.

Damals war Südafrika knapp an der DFB-Bewerbung gescheitert.

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