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Frankreich: EDF soll Areva retten

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Frankreich: EDF soll Areva retten

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Die Nachricht kam an den Börsen gut an: In Frankreich wird der angeschlagene staatliche Atomkonzern Areva aufgespalten. Der ebenfalls überwiegend staatliche Energieversorger EDF übernimmt nach Angaben der Regierung in Paris die Mehrheit des Atomreaktor-Geschäfts. An diesem Donnerstag stieg die Areva-Aktie um bis zu sechs Prozent.

Wirtschaftsminister Emmanuel Macron versicherte in einem Radiointerview: “Es wird keine Entlassungen geben. Alle Produktionsorte bleiben erhalten wegen der Kenntnisse, Qualifikationen und Fähigkeiten aber auch aus Gründen der nuklearen Sicherheit.”

Der Staat will den Kraftwerksbauer Areva, immerhin das weltgrößte Atomunternehmen, außerdem rekapitalisieren. Areva hatte vergangenes Jahr ein Minus von fast 5 Milliarden Euro. Die Angestellten fürchten um ihre Jobs, trotz der Worte des Ministers. Die Gewerkschaften sprachen von Grabräuberei, die Schuld für die Misere liege bei Fehlentscheidungen der Konzernführung.

Anne-Marie Cailletaud von der Gewerkschaft CGT: “Wir müssen Areva wieder auf die Beine bringen, denn es gab strategische Fehler, die von der Unternehmensleitung begangen wurden, das hat uns in die derzeitige Lage gebracht. Die Verluste liegen hauptsächlich am finnischen Reaktor OL3 und dem völlig überteuerten Kauf von UraMin.”

Gut drei Viertel des Stroms in Frankreich stammt von Areva-Reaktoren, die von EDF betrieben werden. Macron sagte außerdem, die geplante Zusammenarbeit von Areva und EDF habe keine Auswirkungen auf die Strompreise in Frankreich, die zu den europaweit niedrigsten gehören.

Mitteilung der Regierung
Zahlen von Areva 2014