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70.000 freiwillige Wahlbeobachter bei türkischer Parlamentswahl am Sonntag

Weil am Sonntag schon wenige Stimmen große Auswirkungen auf die politische Zukunft der Türkei entscheiden dürften, könnten auch kleine

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70.000 freiwillige Wahlbeobachter bei türkischer Parlamentswahl am Sonntag

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Weil am Sonntag schon wenige Stimmen große Auswirkungen auf die politische Zukunft der Türkei entscheiden dürften, könnten auch kleine Wahlmanipulationen große Folgen haben.

Die OSZE schickt Wahlbeobachter, doch rund 70.000 Türken wollen selbst mitkontrollieren und haben sich freiwillig gemeldet.

Die Organisation Oy ve Ötesi, zu deutsch “Wahl und Mehr”, die ihre Wurzeln in den Gezi-Protesten sieht, organisiert die freiwilligen Wahlbeobachter.

“Sie werden zwei Aufgaben haben: Die erste ist eine sichtbare Aufgabe, die Überwachung der Urnen”, so Mitorganisator und Sprecher Sercan Celebi. “Die zweite ist weniger sichtbar, das ist die Überwachung der nationalen Auswertung. Oy ve Ötesi wird die Zahlen von 174.000 Urnen bekommen, in eine eigene Software einspeisen und mit dem offiziellen Endergebnis vergleichen. Am Wahltag wird deshalb der gesamte Prozess überwacht sein.”

Oy ve Ötesi nutzt dazu das türkische Wahlgesetz, das es Parteien erlaubt, eigene Beobachter in Wahllokale zu entsenden. Die 70.000 Freiwilligen sollen in besonders kippeligen und außerdem in den hundert größten Wahlbezirken die Stimmen mitzählen und aufpassen, dass keine gefälschen Wahlzettel in die Urnen gelangen

Die türkischen Wahlen, die der regierende AKP seit 2002 stets wachsende Stimmenanteile bescherten, gelten als weitgehend glaubwürdig. Trotzdem gab es immer wieder Fälle von Wahlbetrug. Umfragen zufolge erwartet rund die Hälfte der Türken, dass es auch dieses Mal wieder örtliche Versuche von Wahlmanipulation geben wird.