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Die Wirtschaft zur Wahl: Nicht mehr alles türkischer Honig

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Die Wirtschaft zur Wahl: Nicht mehr alles türkischer Honig

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Die Währung rutscht, weniger Wirtschaftswachstum und mehr Inflation – ausgerechnet zur Wahl, die Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan mehr Einfluss sichern soll, stottert seine Wirtschaftswunder-Maschine.

Unter Druck von Erdoğan, die Wirtschaft anzukurbeln, hat die Zentralbank die Zinsen auf einem Zwei-Jahres-Tief gehalten, sogar als die Preise im vierten Jahr schneller stiegen als erwünscht, zuletzt um mehr als 8 Prozent.

Arda Tunca, Ökonom:

“Wird sich der Kurs der Lira zum Dollar erholen? Ja, auf jeden Fall. Wegen der internationalen Konjunktur. Aber es gibt ein Risiko, das ist die Möglichkeit der Einrichtung einer gelenkten Wirtschaft, der das Vertrauen der Finanzmärkte fehlen würde. Das würde die Lage der türkischen Lira weiter verschlechtern.”

Erdoğans islamisch-konservative Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) regiert seit ihrem ersten Wahlsieg 2002 ununterbrochen und erzielte bei jedem Urnengang höhere Stimmenanteile – auch dank Wachstumsraten von teilweise mehr als 9 (2010: 9,2) Prozent – Weltspitze neben China. Das verfügbare Einkommen stieg real um 40 Prozent. (2003-2012, Wirtschaftsministerium.

Arda Tunca:

“Nach der Wahl werden die Nachrichten über und das Vertrauen in die neue Wirtschaftsverwaltung viel wichtiger sein als die Frage, ‘wer stellt die Regierung, eine Koalition oder eine einzelne Partei’.”

Die weiteren Aussichten: Eine Zinswende in den USA dürfte den Appetit auf riskantere Schwellenmarktanlagen dämpfen und die Kapitalflucht fördern. “Wir bleiben bearish für die Lira,” so Bhaveer Shah, Analyst bei Credit Suisse in London.

su mit dpa