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Deutsche Bank: "Keine reine Erfolgsgeschichte" ist auserzählt

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Deutsche Bank: "Keine reine Erfolgsgeschichte" ist auserzählt

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Die Doppeltürme bleiben, die Doppelspitze aber kommt weg: Die beiden Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, treten zurück. Jain geht Ende Juni, Fitschen im Mai kommenden Jahres. Bis dahin wird Fitschen gemeinsam mit dem Briten John Cryan am Ruder stehen, bevor der dann den Kahn alleine weitersteuert. Mit dem Rücktritt ziehen die bisherigen Chefs die Konsequenz aus der harschen Kritik, die ihnen ihr Kurs eingebracht hat. Keine reine Erfolgsgeschichte sei ihre Amtszeit gewesen, räumten beide ein.

Cryan ist seit 2013 Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank und hat die Funktion des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses inne. Er ist zudem Mitglied des Risikoausschusses. Mit Amtsantritt als Co-Vorstandsvorsitzender wird er sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats der Bank niederlegen. Cryan war von 2008 bis 2011 – und damit inmitten der Finanzkrise – Finanzvorstand der Schweizer Großbank UBS.

Robert Halver von der Baader-Bank: “Die Deutsche Bank hatte in den letzten drei Jahren nicht den besten Ruf. In der Öffentlichkeit galt die Deutsche Bank als Bank, wo es Skandale gibt. Man weiß genau: Neue Köpfe sind auch immer der Garant dafür, dass man sagt, jetzt packen wir die Probleme an. Es gibt ja das alte Motto: Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt’s einen, der die Sache regelt, und der eine heißt, Mr. Cryan.”

Dass sich die Aktien unter Jain und Fitschen nur mäßig entwickeln, scheint das geringste Problem. Schwerer wiegen da schon die milliardenteuren Rechtsstreitigkeiten, die sich die Bank sich unter anderem durch Zinsmanipulationen eingehandelt hat. Das Vertrauen von Kunden und Anlegern war weg.

Robert Halver: “Die Deutsche Bank hat jetzt keinen Deutschen mehr als Vorstandschef hat. In Frankreich wäre so etwas unmöglich, da würde niemals ein Nichtfrazose Chef einer Großbank werden. Wir sind hier in Deutschland internationaler, glober aufgestellt. Der Neue ist ein Investmentbanker, wie der Alte, Herr Jain, als Co-Chef der Deutschen Bank, das heißt, die Deutsche Bank bleibt Investmentbank.”

Der Rücktritt wurde von Anlegern begrüßt. Die Aktie der Bank ging am Montag zu Handelsbeginn um gut 8 Prozent nach oben. Ob Cryan das Ruder herumreißen und die Bank wieder auf den rechten Weg lenken kann, das muss sich erst zeigen. Und bei aller Freude über den neuen Chef werden auch Zweifel laut, ob ihm das denn auch wirklich gelingt.

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