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Mexikos Regierung bei Zwischenwahl bestätigt - Gewalt und Tote im Wahlkampf

Die seit Jahrzehnten dominierende mexikanische Regierungspartei PRI bleibt nach vorläufigen Auszählungsergebnissen die stärkste politische Kraft im

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Mexikos Regierung bei Zwischenwahl bestätigt - Gewalt und Tote im Wahlkampf

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Die seit Jahrzehnten dominierende mexikanische Regierungspartei PRI bleibt nach vorläufigen Auszählungsergebnissen die stärkste politische Kraft im Land. Bei der Wahl zur Abgeordnetenkammer kam die Partei von Präsident Enrique Peña Nieto auf rund 26 Prozent, so das Wahlamt am späten Sonntagabend (Ortszeit).

Meinung

So viel Gewalt, so viel vergossenes Blut, das ist doch überraschend

Die konservative PAN erhielt demnach 21 Prozent, die Linkspartei Morena 10 Prozent. Prognosen zufolge dürfte die PRI zwar einige Sitze im Parlament verlieren, gemeinsam mit ihren Verbündeten aber die Mehrheit in der Abgeordnetenkammer halten.

Im Südwesten, im Bundesstaat Guerrero, forderten Demonstranten die Herausgabe von Dutzenden Lehrer-Studenten, die seit September 2014 verschwunden sind. Maskierte Aktivisten hinderten Bürger mit Straßensperren am Wählen.

Die hadern mit den Gewaltausbrüchen.

Pedro Rodriguez, Tixtla:

“Wir sind fest entschlossen, unsere Gouverneure zu wählen, aber sie lassen uns nicht. Eine Minderheit will uns nicht abstimmen lassen.”
 

Gerson Benitez, Mexico City:

“Sowas haben wir noch nie erlebt. Stimmt schon, so viel Gewalt, so viel vergossenes Blut, das ist doch überraschend.”

Mindestens sieben Kandidaten und neun Wahlkämpfer starben, Drogenkartelle versuchten, die Menschen einzuschüchtern.

Im Süden protestierten Lehrer und Studenten auch gegen eine Bildungsreform, griffen Wahllokale an und verbrannten Stimmzettel. In den Bundesstaaten Guerrero, Oaxaca und Chiapas wurden Dutzende
Demonstranten festgenommen.

Im Großteil des Landes sei es allerdings
friedlich geblieben, sagte der Leiter der Wahlbehörde, Lorenzo Córdova. Auch die Beobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sprach von vereinzelten Zwischenfällen.

Die Regierungspartei PRI gewann auch die Gouverneurswahlen in der Unruheprovinz Guerrero. Laut vorläufigen Ergebnissen kam ihr Kandidat Héctor Astudillo auf 42 Prozent der Stimmen, gefolgt von Beatriz Mojica von der linken PRD mit 34 Prozent.

Im wirtschaftsstarken Bundesstaat Nuevo Léon im Norden des Landes zeichnete sich ein Sieg von Jaime Heliodoro Rodríguez Calderón ab. Es
wäre das erste Mal, dass ein unabhängiger Kandidat in Mexiko eine Gouverneurswahl gewinnt.

Bei den Parlaments- und Regionalwahlen stimmten die Mexikaner über die 500 Mitglieder der Abgeordnetenkammer, neun Gouverneure, knapp 900 Bürgermeister und die Regionalparlamente in 15 Bundesstaaten
und dem Hauptstadtdistrikt ab. Die Wahl galt auch als Stimmungstest zur Mitte der Amtszeit von Staatschef Peña Nieto.

su mit dpa