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Präzisionsbewässerung auf dem Feld


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Präzisionsbewässerung auf dem Feld

Der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisaton der Vereinten Nationen zufolge wird 2030 rund 80 Prozent des weltweit verbrauchten Wassers für Bewässerung genutzt werden.

Experten rechnen jedoch mit einer Wasserknappheit. Es müssen also neue Wege gefunden werden, um den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft zu senken. Der Diplom-Landwirt Adriano Battilani ist der Koordinator des “FIGARO-Projekts”: http://www.figaro-irrigation.net/Er erklärt: “Mit diesem Projekt wollen wir den Landwirten Daten und Informationen zur Verfügung stellen, damit sie den Wasserverbrauch sehr genau regeln können. Sie werden das Wasser, die Bewässerung und die Düngung ganz genau regeln können. Und bald wird das nicht nur bei Feldern sondern auch bei kleineren bewirtschafteten Flächen möglich sein.”

Die Herausforderung ist es, ein System für ein einziges Feld zu erschaffen. Damit die Landwirte dann ein Werkzeug haben, um die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Der Diplom-Landwirt Domenico Solimando erklärt, wie das System funktioniert: “Ein Sensor misst die ganze Zeit die Feuchtigkeit der Erde. Es ist sehr wichtig zu erfahren, wieviel Wasser im Boden vorhanden ist, damit wir wissen, wann wir eingreifen müssen. Das heißt, wann wir bewässern müssen, und wieviel Wasser das Getreide dann braucht.”

Um eine Präzisionsbewässerung zu ermöglichen, testen die Forscher verschiedene Systeme, mit denen die Bodenfeuchtigkeit ermittelt werden kann. “Diese Proben verraten uns einiges. Wir untersuchen als erstes die Feuchtigkeit in diesen Proben und mithilfe dieser Daten können wir dann die Sensoren genau programmieren. Andere Proben werden genommen, um herauszufinden, aus welchen Bestandteilen die Erde zusammengesetzt ist,” so Gioele Chiari.

Im gesamten Feld sind entlang der Pflanzenreihen Schläuche verlegt. Der Teil des Schlauchs, der sich an der Wurzel einer Pflanze befindet, hat kleine Löcher. So kann das Wasser genau dorthin gelangen, wo es gebraucht wird. Nichts wird verschwendet.

Der Landwirt kann mithilfe eines Tablets, das mit einer digitalen Platform verbunden ist, kontrollieren, wieviel Wasser jede Pflanze bekommt. Die digitale Platform verarbeitet die Daten, die sie von den Feuchtigkeits-Sensoren auf dem Feld bekommt und die Daten der Wettersatelliten. So ist eine optimale und sparsame Bewässerung möglich. Das ist insbesondere wichtig für den Anbau von Biomasse.

Der FIGARO-Koordinator betont: “In der Zukunft wird die Landwirtschaft Biomasse produzieren, aus der wir neue Chemikalien gewinnen können. Das Zeitalter des Öls ist vorüber und wir werden nicht nur mit Zucker, sondern auch mit Ketonen arbeiten.
In ein paar Jahren werden die Tomaten, also die Frucht, nur zweitrangig sein. Die Chemikalien, die wir aus der Pflanze gewinnen können, werden wir wahrscheinlich zu einem besseren Preis verkaufen können. In der Landwirtschaft werden die Pflanzen einen doppelten Nutzen haben. Und die Biomase wird mehr wert sein. Erstens erhalte ich Ketone und Pflanzenstoffe und zweitens erhalte ich eine Frucht, die ich essen kann.”

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