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Varoufakis: "Gläubiger wollen keine Einigung mit Griechenland"

In Berlin wirbt Varoufakis für die Reformvorschläge der Athener Regierung. Man habe bereits genug Kompromisse gemacht, sagte er in einem Zeitungsinterview.

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Varoufakis: "Gläubiger wollen keine Einigung mit Griechenland"

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Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat in Berlin für die Reformvorschläge seiner Regierung geworben. Die Spar-Vorschläge der Geldgeber wies er zurück. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte die Forderungen am Freitag für “absurd” erklärt.

Meinung

"Einen solchen Vorschlag macht man nur, wenn man eigentlich gar keine Vereinbarung will"

Ein Austritt Griechenlands aus der EU , ein sogenannter Grexit, käme einem “Scheitern der politischen Klasse” gleich, sagte Varoufakis bei einem Vortrag zu Griechenlands Zukunft in der EU in Berlins Französischem Dom. “Seit fünf Jahren haben Europa und drei verschiedene griechische Regierungen das griechische und das deutsche Volk getäuscht. Wir – also die Regierungen – haben so getan, als könnten wir die Krise lösen, indem wir sie auf die Zukunft verschoben haben. Wir haben so getan, als habe man Griechenlands Staatsbankrott mit immer größeren Darlehen lösen können, die gleichzeitig an Sparmaßnahmen gekoppelt waren,die wiederum die Staatseinnahmen drosselten. Deswegen konnte das Land dann nicht zurückzahlen”, so der Ökonom.

Die Vorschläge, die die Gläubiger Athen in der vergangenen Woche unterbreiteten, enthielten keine Lösung für die Krise, kritisierte er in einem Zeitungsinterview mit dem Tagesspiegel solchen Vorschlag macht man nur, wenn man eigentlich gar keine Vereinbarung will”. Die Schulden müssten innerhalb der Geldgeberinstitutionen umgeschichtet und Wirtschaftswachstum erzeugt werden, forderte Varoufakis. Dieser Vorschlag war bereits in den Verhandlungen von den Gläubigern ausgeschlossen worden.

Auch beim G7-Gipfel in Elmau war die griechische Schuldenkrise Thema. Die Teilnehmer pochten auf eine schnelle Einigung. US-Präsident Barack Obama sagte, es sei nötig, dass Athen ernsthaft Reformen anpacke. “Es ist nicht mehr viel Zeit, das ist das Problem”, warnte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.