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Europas provokanteste Anti-Einwanderungs-Plakate

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Von Euronews
Europas provokanteste Anti-Einwanderungs-Plakate

<p><ol><br /> <h3>Das Schweizer Schäfchenposter</h3></p> <p>Im Jahr 2007 machte die Schweizerische Volkspartei (<span class="caps">SVP</span>) im Wahlkampf mit Plakaten gegen Einwanderung Stimmung, auf denen Migranten als schwarze Schafe abgebildet waren. Die weißen Schafe stoßen darauf das schwarze aus der roten Fläche (dem schweizer Territorium) hinaus. </p> <p>Das Schäfchenposter diente zuvor als Werbung im Rahmen der Kampagne für die sogenannte “Ausschafungsinitiative” der <span class="caps">SVP</span>, eine Unterschriftensammlung für die Ausweisung krimineller Ausländer.</p> <p>Bei der Parlamentswahl 2007 kam die <span class="caps">SVP</span> auf das höchste Ergebnis der Parteigeschichte.</p> <p><blockquote class="twitter-tweet" lang="en"><p lang="en" dir="ltr">Swiss People's Party is actually using this anti-immigration poster, zero irony <a href="http://t.co/tUGXBP2NkW">pic.twitter.com/tUGXBP2NkW</a></p>— Zaid Jilani (@ZaidJilani) <a href="https://twitter.com/ZaidJilani/status/552963446413991936">January 7, 2015</a></blockquote><br /> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p> <p>Dieses Poster, das etwas später entstand, zeigt schwarze Krähen, die auf die Schweiz “einhacken”. Das Plakat und der dazugehörige Slogan “Freipass für Alle? Nein.” war Teil einer Kampagne der <span class="caps">SVP</span> gegen die Personenfreizügigkeit aus Rumänien und Bulgarien.</p> <p><br /> <img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x363_swiss-birds.jpg"></p> <p>Mit einem anderen Plakat warben <a href="http://static.a-z.ch/__ip/0U5z4yZgLwk-fWp1Cyrjpk4BXVM/89e3edab7886d0955462cc36018a73ac576732ac/teaser-detail/schweiz-soll-das-bauverbot-fuer-minarette-aufheben">Minarett-Gegner im Jahr 2009 gegen den Neubau von Minaretten</a> im Land. Die Kampagne “Stopp. Sag ja zum Minarettverbot.” sorgte Weltweit für Kritik. Die Plakate, bei denen die Schweizer Landkarte voller Minarette ist, wurde aus einigen Städten, darunter Basel, gerichtlich verbannt.</p> <p>Wegen der folgenden “Schlitzer”-Inserate wurden der <span class="caps">SVP</span>-Generalsekretär Martin Baltisser und seine Stellvertreterin Silvia Bär wegen Rassendiskriminierung verurteilt. Die Zeitungsinserate erschienen vor den eidgenössischen Wahlen 2011.</p> <p><br /> <img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x181_suisse-kosovar.jpg"></p> <h3>Ungarn: Polizeischutz für Plakate</h3> <p>Die wohl jüngste Debatte um Anti-Einwanderungs-Plakate entfachte in Ungarn. “Wenn du nach Ungarn kommst, darft du den Ungarn nicht ihre Arbeit wegnehmen”, war in den Straßen Budapests in der vergangenen Woche zu lesen. Es ist die Antwort von Regierungschef Vikor Orban auf den Anstieg von Asylbewerbern im Land. </p> <p>Ein Großteil der Poster, die landesweit ausgehängt wurden, wurde aus Protest zerstört oder übermalt. Einige Oppositionspolitiker wurden in dem Zusammenhang vorübergehend festgenommen. Medienberichten zufolge werden sie nun von Polizisten in Zivil bewacht.</p> <p>Nach Schweden hatte Ungarn im Jahr 2014 die meisten Anträge auf Asyl in Europa.</p> <p><br /> <img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x326_hungary-work.jpg"></p> <p>Über Twitter verbreitete sich die folgende Parodie der Kampagne “Kommt gerne nach Ungarn, wir sind eh alle in London zum Arbeiten”.</p> <p><br /> <img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x242_hungary-parody.jpg"></p> <h3>Minarette wie Mittelstreckenraketen</h3> <p>Dieses Poster veröffentlichte die Jugendorganisation von Frankreichs rechtem “Front National” vor den Regionalwahlen 2010.</p> <p><br /> <img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x418_france-islamisme.jpg"></p> <p>Unter dem Slogan: “Nein zum Islamismus” sieht man die Landkarte Frankreichs, hinterlegt mit einer algerischen Flagge, aus der Minarette wie Langstreckenraketen herausragen – ähnlich wie das der <span class="caps">SVP</span> vom Vorjahr. Links im Bild eine Frau mit Niqab (Ganzkörperschleier).</p> <p>Die Kampagne streute Salz in eine offene Wunde der Geschichte zwischen Frankreich und Algerien – und Franzosen und ihren algerisch-stämmigen Mitbürgern. Algerien, eine ehemalige französische Kolonie, wurde nach einem achtjährigen Krieg 1962 unabhängig von Frankreich. Wie aktuelle Studien zeigen sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind <a href="http://www.zukunftsdialog.eu/fileadmin/user_upload/pdfs/2014-01_dgapana_vermeren_f-algerien_www-1.pdf">nach wie vor belastet</a>. Algeriens Außeminister verlangte von Frankreichs Behörden ein “offizielles Eingreifen” wegen der umstrittenen Plakate, weil die Symbole eines ausländischen Staates auf dem Plakat “mit Füßen getreten werden”. Zwei Tage vor der ersten Runde der Regionalwahlen erreichten Bürgerrechtler ein vorläufiges Verbot der provokanten Bilderkampagne.</p> <p>Der Font National wurde bei den Regionalwahlen 2010 mit neun Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft.</p> <h3>Die italienischen Indianer</h3> <p>Der populistische Parteichef der Lega Nord erregte im Februar Aufsehen mit seinem Tweet, man solle den Einwanderern, die über das Mittelmeer kommen zwar helfen, sie aber nicht vom Boot lassen – Italien habe schon “genug von ihnen”. Es ist nicht das erste Mal, dass die Partei gegen Einwanderer mobil macht. Mit ihrem Slogan “Die Indianer konnten die Einwanderung auch nicht stoppen – heute leben sie in Reservaten. Denkt darüber nach.” zog die Partei 2008 einen Vergleich zur Geschichte der <span class="caps">USA</span> und der Unterdrückung der Ureinwohner als mehr und mehr Einwanderer den amerikanischen Kontinent besiedelten. Die Idee zu der Kampagne kam aus dem italienisch-sprachigen Teil der Schweiz. </p> <p><br /> <div align="center"><img src="https://static.euronews.com/articles/307901/314x450_us-reserves.jpg"></div></p> <p>Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in Italien seit Beginn des Jahres rund 55.000 Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika an Land gegangen. </p> <h3><span class="caps">UKIP</span> und die 26 Millionen Arbeitssuchende</h3> <p>Auch die britische Anti-EU- Partei <span class="caps">UKIP</span> eröffnete ihren Wahlkampf 2015 mit kontroversen Plakaten. Ein Bauarbeiter sitzt bettelnd auf der Straße – der dazugehörige Text: “EU-Politik schlägt zu – britische Arbeiter werden durch Dumping-Löhne hart getroffen”. Auf einem anderen Poster prangert die Partei an, dass alle Arbeitssuchenden Europas nach Großbritannien kommen: “26 Millionen Europäer sind auf Arbeitssuche – hinter wessen Job sind sie wohl her?”. Die Vorsitzende der rechtpopulistischen Partei, Nigel Farage, war nach der Wahlschlappe seiner Partei im Mai zurückgetreten – um dann vom Rücktritt zurückzutreten.</p> <p><br /> <img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x314_21_1poster.jpg"></p> <p><img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x348_Ukip-poster-26-million-pe-009.jpg"></p> <p>Gegner der Kampagne änderten den Slogan von “Nein zur Masseneinwanderung” kurzerhand zu “Nein zur Massenhysterie”.</p> <p><br /> <img src="https://static.euronews.com/articles/307901/580x280_UKIP_Say_no_to_hysteria-580x280.jpg"><br /> </ol></p>