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Nach Sexpartys: Strauss-Kahn freigesprochen

Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds Dominique Strauss-Kahn ist vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen worden.

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Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds Dominique Strauss-Kahn ist vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen worden. Das Gericht im nordfranzösischen Lille folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Die Anklage hatte in ihrem Schlußplädoyer argumentiert, der frühere französische Wirtschafts- und Finanzminister habe weder die Prostituierten bezahlt noch die Abende organisiert. Durch seine Teilnahme habe sich der 66-Jährige nicht strafbar gemacht, befand die Kammer.

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Die Anklage gegen Dominique Strauss-Kahn basierte auf Ideologie, auf moralischen Kriterien, nicht auf juristischen.

“Die Anklage gegen Dominique Strauss-Kahn basierte auf Ideologie auf moralischen Kriterien, nicht auf juristischen. Wie wir immer gesagt haben, es gibt keine Fakten, die beweisen, dass er der Zuhälterei schuldig ist”, erklärte Strauss-Kahns Anwalt Henri Leclerc.

Einen Freispruch gab es auch für den Bordellbetreiber Dominique Alderweireld genannt “Dodo” aus Belgien, für den Prostituierte arbeiteten, die an den Partys beteiligt waren.

“Ich habe eine Haftstrafe erwartet. Die Richter waren sehr mutig, das hat man selten”, meinte Alderweireld.

In dem Prozess ging es um zwölf freizügige Partys zwischen 2008 und 2011. Die Orgien fanden unter anderem in einem Luxus-Hotel in Lille statt.

Der einzige Angeklagte, der verurteilt wurde, ist der frühere PR-Verantwortliche des Hotels Carlton in Lille, René Kojfer. Er wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Er hatte nach Ansicht der Kammer Prostituierte mit Geschäftsleuten, die Strauss-Kahn kannten, in Kontakt gebracht.

2011 war Strauss-Kahn von einer Frau angezeigt worden, die ihm vorgeworfen hatte, sie in einem Hotel in New York missbraucht zu haben. Es kam zu einer außergerichtlichen Einigung.