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Studie: Fünf Millionen Kinder leben in sklavenähnlichen Verhältnissen


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Studie: Fünf Millionen Kinder leben in sklavenähnlichen Verhältnissen

Kinderarbeit ist noch immer ein weitverbreitetes Phänomen: Rund 168 Millionen Menschen im Alter von fünf bis vierzehn Jahren sind davon betroffen. Sie verrichten häufig gefährliche Tätigkeiten und verdienen nur einen Hungerlohn.

Der letzte Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation stellt nun fest, dass sich die Zahl der betroffenen Kinder in den letzten fünfzehn Jahren um ein Drittel verringert hat. Besonders erschreckend: Fünf Millionen von ihnen leben unter sklavenähnlichen Bedingungen.

Am meisten verbreitet ist die Kinderarbeit in Asien und im pazifischen Raum. Fast 78 Millionen Kinder schuften dort für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien.In Afrika, südlich der Sahara, arbeiten mehr als 20 Prozent aller Fünf bis Vierzehnjährigen.

Millionen Kinder in Indien teilen dieses Schicksal. Sie sind meist Lumpensammler. Einer Änderung des Kinderarbeitsgesetzes zufolge soll diese Tätigkeit künftig nicht mehr als gefährlich eingestuft werden. Der Gesetzes-Vorschlag muss noch vom Parlament verabschiedet werden.

Für die zehnjährige Paarvati beginnt der Arbeitstag jeden Morgen um 5 Uhr. Sie erklärt: “Ich möchte zur Schule gehen. Meine Hände sind oft wund vom Lumpensammeln und es stinkt. Aber ich tue das, um meinen Eltern zu helfen.”

Die Familie habe keine andere Wahl erklärt Paarvatis Vater. “Ohne meine Töchter kann ich die Familie nicht ernähren. Wo bekommen wir dann das Geld für Lebensmittel her. Wir arbeiten alle zusammen und selbst dann verdienen wir kaum mehr als 400 bis 500 Rupien (ca.7 Euro) am Tag.”

Die indische Regierung plant zudem, Kinderarbeit bei Kindern unter vierzehn Jahren nach der Schule und an den Feiertagen zu erlauben. Die Kleinen sollen so ihren Familien helfen können.

Nach Ansicht der Internationalen Arbeitsorganisation sind die Grundschulbildung und deren Qualität im Kampf gegen die Kinderarbeit besonders wichtig. Indien zählt nach Ansicht der Organisationen zu den Ländern mit den schlechtesten Grundschulen.

Die Organisation empfiehlt zudem Berufsausbildungsprogramme für die weltweit 75 Millionen Jugendlichen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

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