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Griechen-Kaugummi nervt die Börsen

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Griechen-Kaugummi nervt die Börsen

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Der neue Rückschlag in den Verhandlungen zur griechischen Schuldenkrise hat den europäischen Börsen einen Schlag versetzt.

Dax und EuroStoxx50 verloren je um 1,5 Prozent. Der Athener Leitindex brach um 5,6 Prozent ein und der griechische Bankenindex sogar um gut elf Prozent.

Analyst Robert Halver, Baader Bank, Frankfurt:

“Grexit oder Drinbleiben? Aber langsam brauchen wir eine Entscheidung. Diese Unsicherheit macht uns alle mürbe hier. Aber wir wissen natürlich auch, wenn die Griechen drinbleiben sollten, ist das nur ein Pyrrhussieg. Längerfristig ist damit nichts gewonnen. Gebt den Griechen eine Chance – lasst sie raus!”

Am Wochenende hatte sich der Schuldenstreit nochmal zugespitzt. Ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker
scheiterte. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis dringt auf Schuldenerlass.

Laut Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nimmt die Gefahr einer Staatspleite Griechenlands zu. “Die Zeit läuft ab, die Wahrscheinlichkeit, dass keine Lösung gefunden wird, steigt von Tag zu Tag”, sagte Weidmann bei einem Symposium der Bundesbank. “Es scheint an Einigungsbereitschaft zu fehlen.”

Ohne Einigung droht dem Land der Staatsbankrott. Ende Juni muss Athen zudem rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Die weiteren Verhandlungen mit Griechenland müssen jetzt in der Eurogruppe geführt werden. Das nächste Treffen der Euro-Finanzminister ist an diesem Donnerstag geplant.

“Selbst wenn die Verhandlungen heute oder morgen wieder aufgenommen werden, dürfte zum Treffen der Finanzminister der Eurogruppe nichts Zählbares auf dem Tisch liegen”, so die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar.

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su mit Reuters, dpa