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Neue Flotille auf dem Weg nach Gaza

Was läuft gerade? Mitglieder pro-palästinensischer und anti-israelischer Organisationen aus mehr als zwölf Ländern sind auf mehreren Schiffen im

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Neue Flotille auf dem Weg nach Gaza

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Was läuft gerade?


Meinung

"Israel wird sie daran hindern, ihr Ziel zu erreichen."

Mitglieder pro-palästinensischer und anti-israelischer Organisationen aus mehr als zwölf Ländern sind auf mehreren Schiffen im Mittelmeer Richtung Gazastreifen unterwegs. Für die dritte Aktion dieser Art liefen weitgefächerte Spendenkampagnen der islamistischen NGOIHH” aus der Türkei. Mitgliedsorganisationen aus Kanada, Italien, Spanien, Griechenland, Norwegen, Schweden, den USA und Malaysia baten um Unterstützung. Aus Deutschland sind bisher keine Organisationen bekannt, die den Aufruf unterstützen.

Was ist das Ziel?

Erneut wollen sie die israelische Seeblockade des Gaza-Streifens durchbrechen. Die Sprecherin von “Ship to Gaza Sweden” erklärte: “Aufrufe, die Blockade von Gaza zu beenden, müssen sich vom Reden zum Handeln bewegen”.

Was geschah bisher?

Mit zwei ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit wurde Gaza allerdings nie erreicht. Am 31. Mai 2010 etwa hatte sich das größte Schiff der ersten Flottille, die unter türkischer Flagge fahrende “Mavi Marmara” organisiert von der islamistisch ausgerichteten NGOIHH” (“Stiftung für Menschenrechte”) nicht aufhalten lassen. Als sich israelische Soldaten aus Hubschraubern abseilten, wurden sie von den Aktivisten auf dem Schiff angegriffen. Die Soldaten machten Gebrauch von ihren Schusswaffen, dabei kamen neun Aktivisten der IHH ums Leben.

Wer ist dabei?

Der bekannteste Teilnehmer bei dieser Aktion ist der ehemalige tunesische Präsident Moncef Marzouki. In diesem Video erklärt der kanadische Aktivist Robert Lovelace, warum er mitmacht:

Video : Robert Lovelace – Why I am going to Gaza with Freedom Flotilla III

Posted by CANADIAN Boat to Gaza on Thursday, 11 June 2015

Wie ist es an Bord?

Euronews-Korrespondent Aissa Boukanoun war drei Tage lang auf dem Schiff “Marianne of Gothenberg”, das von Schweden aus gesegelt war. Das Fischerboot hat Platz für etwa ein Dutzend Menschen. Es war mit Spenden gekauft worden. Die Menschen an Bord sind Freiwillige. Alle haben einen sogenannten Verhaltenskodex unterschrieben. Darin steht: “Kommen Sie Anweisungen der Sicherheitskräfte nach. Machen Sie keine persönlichen Angaben, geben Sie nur Ihren Namen an. Geben Sie kein politisches Statement ab. Zeigen Sie keine Unterstützung für die eine oder andere Partei.”

Diese Bilder hat der Euronews-Korrespondent gemacht.

Um 7 Uhr 30 war Wecken und Frühstück. Danach wurde geputzt und gekocht. Um 16 Uhr gab es ein Meeting, bei dem die Route und das Wetter erläutert wurden. Wenn das Schiff in einen Hafen einläuft, werden drei Flaggen gehisst: die palästinensische, die schwedische und die des Landes, in dem der Hafen liegt.

Was sagen die Aktivisten?

Die Aktivisten an Bord sagen, sie verfolgen humanitäre Ziele. “Wir dienen nicht einer bestimmten Partei oder Gruppe. Unsere Aktion ist eine gewaltfreie Aktion im Dienste des palästinensischen Volkes”, so Joel Opperdoes, der 32-jährige Kapitän der “Marianne”.

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, sagte, die Schiffe seien eine Provokation. Israel werde sie daran hindern, ihr Ziel zu erreichen. Hellen Huttu Hanson, eine schwedische Aktivistin, sagte, sie sei darauf eingestellt, dass das israelische Militär das Schiff aufhalten wolle. Dies sei ein Risiko, das sie eingehen wolle. Weiter sagte die Schwedin: “Palästinenser im Gazastreifen riskieren jeden Tag ihr Leben. Sie sind Menschen wie wir, wir können ihnen doch unsere Solidarität zeigen. Warum sollten wir das nicht tun?”