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Neue Richtlinien: Muss Handgepäck bald kleiner sein?

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Neue Richtlinien: Muss Handgepäck bald kleiner sein?

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Viele große Airlines prüfen neue Regeln für das Handgepäck. Für die Größe der Gepäckstücke soll es in Zukunft eine standardisierte “Optimalgröße” geben.

Das Format der Koffer dürfte dann bald kleiner ausfallen, als bei vielen Fluggesellschaften bisher akzeptiert wurde.

Gemeinsam mit Flugzeugbauern und Fluggesellschaften hat die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung mit ihrer sogenannten “Cabin OK Initiative” eine neue Empfehlung für die Größe von Handgepäckstücken ausgesprochen. Der “optimale” Koffer ist den Angaben nach 55 cm hoch, 34 cm breit und 19 cm tief. Hätte jedes Gepäckstück maximal diese Maße, “könnte theoretisch jeder Passagier sein Handgepäck mit an Bord von Maschinen mit 120 Sitzen oder mehr nehmen”. Dass größere Koffer beim Einsteigen dann doch abgeben werden, das soll es im Idealfall dann nicht mehr geben. Alles kann mit an Bord und verstaut werden.

Aktuell ist es den Fluggesellschaften überlassen ihre eigenen Regeln für Handgepäck zu definieren.

  • Die empfohlene Größe der IATA : 55×35×20 Zentimeter = 38,500 cm3 Volumen
  • Lufthansa erlaubt: 55×40×23 Zentimeter = 50,600 cm3 Volumen
  • Britisch Airways erlaubt: 56×45×25 Zentimeter = 63,000 cm3 Volumen
  • Air France: 55×35×25 Zentimeter = 48,125 cm3 Volumen
  • Easyjet: 56×45×25 Zentimeter = 63,000 cm3 Volumen
  • RyanAir: 55×40×25 Zentimeter = 44,000 cm3 Volumen

Die neue Empfehlung sind nicht bindend. Einige Airlines, darunter Lufthansa, Emirates, China Southern und Qatar Airways kündigen jedoch bereits an, sie umsetzen zu wollen. Air Canada und WestJet wollen die neuen Maße nicht zur neuen Norm machen.

Was passiert wenn mein Gepäck zu groß ist?

Wenn das Handgepäckstück größer ist als vorgeschrieben, dann müssen Reisende teilnehmender Fluggesellschaften damit rechnen, dass sie ihren Koffer unter Umständen nicht mit in die Kabine nehmen können. Sollte der Flug ausgebucht sein, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Koffer beim Boarding noch im Frachtraum verstaut werden – wie es heute bereits im häufig der Fall ist. Vorstellbar ist, dass auf Passagiere dann zusätzliche Kosten für Übergepäck zukommen. Wie genau die Umsetzung aussieht, wird jedoch maßgeblich von der Airline abhängen.

Eines ist jedenfalls sicher: Sollten die Vorschläge der IATA zur Regel werden, dann müssten viele Reisende sich bald neue Koffer kaufen. Kofferhersteller haben schon mit der Produktion neuer Formate begonnen, die nach Angaben der Luftverkehrs-Vereinigung Ende des Jahres mit einem speziellen Logo auf dem Markt kommen könnten.

Die Kofferhersteller profitieren also. Aber wer sonst?

Die IATA gibt an, mit den neuen Bestimmungen das Reiseerlebnis für Fluggäste verbessern zu wollen. Wer sich an das empfohlene Format hält, soll in Zukunft sicher gehen dürfen, dass er seinen Koffer mit an Bord nehmen darf. Koffer könnten laut IATA nach in Zukunft ein “Cabin OK”-Logo tragen, dass es für Angestellte der Fluggesellschaft einfacher macht, Gepäck zu sortieren. Damit soll auch Verspätungen vorgebeugt werden, die oftmals entstehen wenn Passagiere oder Crew Platz zum Verstauen von Koffern suchen. Davon profitieren Airline und Fluggast.

Welche Reaktionen löste der Vorschlag aus?

Manche Portale, wie ‘Runway Girl Network’ haben das Vorhaben begrüßt, weil es etwas Klarheit bringt in eine Bestimmung, die bisher komplett von den individuellen Regelungen der Fluggesellschaften abhängt. Andere kritiseren , dass die neuen Bestimmungen Passagiere zum Kauf neuer Koffer zwingen – auch wenn IATA dies in einer Pressemitteilung ausdrücklich ausschließt – es ginge einzig darum, denjenigen, die sich an die Bestimmungen halten, zu versichern, dass sie ihr Gepäck mit an Bord nehmen können. Kritisiert wird an den neuen Empfehlungen auch, dass Fluggesellschaften durch die neuen Bestimmungen lediglich mehr Sitze in den Flugzeugen unterbringen wollten, der heute fehlende Platz sei auf Einsparungen bei Stauraum zurückzuführen. Es wird befürchtet, dass die neuen Bestimmungen dazu genutzt werden, Passagieren Übergepäck häufiger in Rechnung zu stellen.

Die häufig gestellten Fragen der IATA erreichen sie über diesen Tweet des Verbands (auf Englisch):