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Vereint gegen religiösen Extremismus

Religiöse Gewalt ist ein brisantes Thema, worüber weltweit debattiert wird. In Astana, der kasachischen Hauptstadt, fand kürzlich der Kongress der

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Vereint gegen religiösen Extremismus

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Religiöse Gewalt ist ein brisantes Thema, worüber weltweit debattiert wird. In Astana, der kasachischen Hauptstadt, fand kürzlich der Kongress der Weltreligionen statt. Er gilt als Beispiel dafür, dass neue Lösungen angestrebt werden.

Der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon erklärte, dass mehr Zusammenarbeit nötig ist:
“Religiöse Gewalt erfordert gemeinsame Gegenmaßnahmen von Regierungen, religiösen Gemeinschaften, Zivilbevölkerung und Medien.”

Eine der Hauptsorgen ist, dass die Sicherheitskräfte oft alleine im Kampf gegen den Extremismus sind.

Sayed Mohammad Al-Musawi von der World Ahlul Bayt Islamic League :
“Wir müssen das Problem an der Wurzel angehen. Das heißt, an der Ideologie, die durch das Missverstehen von Religion verbreitet wurde. Es geht nicht nur um Sicherheit und Militärangriffe. Wir müssen die falschen Ideologien angreifen.”

Die Vertreter der Religionen sollten öffentlich extremistische Botschaften anfechten und mit ihren eigenen, internen und interreligiösen Beziehungen ein Zeichen setzen.

Monsignor Khaled Akasheh vom päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog
“Das, was wir sagen, lehren, schreiben und predigen, sollte gegen Extremismus und Gewalt gehen und gleichzeitig mehr Gerechtigkeit fordern.”

Yitzhak Yosef, sephardischer Oberrabbiner von Israel:
“Jeder sollte handeln, anstatt nur zu reden, vor allem die Religionsführer. Es ist unsere Aufgabe den Menschen als ein Beispiel voranzugehen.”

Nurlan Asanov, Imam von Ostkasachstan:
“Wenn Religionsführer nicht miteinander kommunizieren, dann beschuldigen sie sich gegenseitig der Gottlosigkeit, mangelndem oder falschem Glauben innerhalb ihrer Religionen. Auch die internen Machtkämpfe führen zu Konflikten.”

Es geht auch um Bildung, den Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit und die Verfolgung von extremistischen Anwerbern,die auch online aktiv sind.

Talib Mohammad Al-Shehhi, Ratgeber für islamische Angelegenheiten der Regierung der Vereinten Arabischen Emirate :
“Jeder der einer Idee, einer Überzeugung, folgt, kann irgendetwas aufnehmen und es weltweit verbreiten. Das ist ein großes Problem unserer Gesellschaft.”

Dr. Kala Acharya vom Bildungsinstitut Somaiya Vidyavihar in Indien:
“Die führenden Politiker sollten die militärischen Trainingscamps, in denen die Jugendlichen einer Gehirnwäsche unterzogen werden und wo sie lernen andere Religionen zu bekämpfen, finden und diese verbieten.”

Die russisch-orthodoxe Kirche fordert seit Jahren eine spezielle UN-Körperschaft für dieses Problem. Bislang ohne Erfolg wie Dimitry Safonov, der Verantwortliche für interreligiösen Kontakt der russisch-orthodoxen Kirche, mitteilt:

“Leider wurden wir nicht unterstützt. Vielleicht wäre der Extremismus heute nicht so weit verbreitet, wenn wir damals mehr Hilfe gehabt hätten.”

Während der Druck steigt Lösungen zu finden, gab der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bekannt, dass er einen neuen globalen Aktionsplan im Laufe des Jahres vorstellen werde.