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Air France auf Konfrontationskurs mit Piloten

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Air France auf Konfrontationskurs mit Piloten

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Die Fluggesellschaft Air France verschärft ihren Sparkurs. Das Unternehmen erhofft sich durch die Schritte Einsparungen von insgesamt 80 Millionen Euro im laufenden Jahr – zusätzlich zum Air France-KLM-Sparplan von 1,1 Milliarden Euro in drei Jahren, angekündigt im April.

Weil die Verhandlungen mit den Gewerkschaften um Kostenkürzungen.nicht vorankämen, will der französisch-niederländische Konzern gegen die Arbeitnehmervertreter juristisch vorgehen.

Schließlich hätten die Piloten im Rahmen des Sparprogramms „Transform 2015“ den Maßnahmen schriftlich zugestimmt, die bis jetzt in Teilen noch immer nicht umgesetzt werden konnten.

Emmanuel Mistrali, Syndicat National des Pilotes de Ligne (Pilotengewerkschaft SNPL):

“Sowas war noch nie da. Kommt noch dazu, dass wir das aus der Presse erfahren mussten, in journalistischer Ausdrucksweise – als Kriegserklärung gegen die Piloten. Die Ankündigung hat uns zutiefst schockiert.”

Die Fluggesellschaft will vier verlustträchtige Routen stilllegen, drei davon in Europa. Außerdem sollen weitere Verbindungen in Japan, Brasilien und Russland reduziert werden.

Im Herbst 2014 hatten die Air France-Piloten zwei Wochen lang gestreikt. Streitpunkt Nummer eins waren Pläne für den europaweiten Ausbau der Billigtochter Transavia, mit der das Unternehmen gegen Easyjet oder Ryanair bestehen will. Die Piloten befürchten Lohndumping und forderten unter anderem einheitliche Verträge für ihre Berufsgruppe. Die Fluglinie bezifferte die Verluste mit bis zu einer halben Milliarde Euro.

Das Geschäft von Air France-KLM war im ersten Quartal 1,8 Prozent gewachsen, nach einem Jahr des Rückgangs um 2,4 Prozent, der Nettoverlust wurde um 8 Prozent auf 559 Millionen Euro reduziert.

su mit Reuters, AFP