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Griechen-Krise nagt am Ego der deutschen Finanzwelt

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Griechen-Krise nagt am Ego der deutschen Finanzwelt

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Vor allem wegen des Griechenland-Dramas trauen immer weniger Börsenprofis der deutschen Wirtschaft ein beschleunigtes Wachstum im zweiten Halbjahr zu.

Das Barometer für die Konjunkturerwartungen sank im Juni schon den dritten Monat in Folge, so das==Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)== zu seiner Umfrage unter 229 Anlegern und Analysten. Es rutschte um 10,5 auf 31,5 Punkte, den schlechtesten Wert seit November 2014. Allerdings blieb das Barometer über seinem historischen Schnitt von rund 25 Punkten.

“Äußere Einflussfaktoren reduzieren derzeit den Spielraum für Verbesserungen der guten Wirtschaftslage in Deutschland”, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. “Dazu zählen vor allem die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands und die verhaltene Dynamik der Weltkonjunktur.” Die Börsianer bewerteten deshalb auch die aktuelle Lage etwas ungünstiger – die Beurteilung fiel um 2,8 Zähler auf 62,9 Punkte.

Ökonomen sehen dennoch keinen Grund für allzu großen Konjunkturpessimismus. Sie führen die getrübte Stimmung der Börsianer vor allem auf die schwankenden Aktien- und Anleihemärkte angesichts einer drohenden Staatspleite Griechenlands zurück, weniger auf schlechte Nachrichten aus der Realwirtschaft. “Die Rahmenbedingungen – schwacher Euro, niedriger Ölpreis – bleiben weiterhin intakt und dürften im Jahresverlauf zunehmend ihre Wirkung entfalten”, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar.

Die Industrie hatte zuletzt mehr Aufträge erhalten, Exporte und Produktion hochgefahren.

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft mit 0,3 Prozent unerwartet schwach gewachsen. Für das Gesamtjahr 2015 sagen die meisten Experten knapp zwei Prozent Plus voraus. 2014 hatte es nur zu 1,6 Prozent gereicht.

su mit dpa, Reuters