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Italien: Riesige illegale Mülldeponie entdeckt

In Calvi, etwa eine Autostunde nördlich von Neapel, haben italienische Behörden eine riesige illegale Müllhalde entdeckt. Auf einer Fläche von bis zu

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Italien: Riesige illegale Mülldeponie entdeckt

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In Calvi, etwa eine Autostunde nördlich von Neapel, haben italienische Behörden eine riesige illegale Müllhalde entdeckt. Auf einer Fläche von bis zu 30 Hektar und in bis zu neun Metern Tiefe fanden Ermittler der Feuerwehr und des Staatlichen Umweltschutzes giftige chemische Abfälle, Kunststoffe und Baumaterial. Experten wie Sergio Costa vermuten eine Gesamtmenge von bis zu 3 Millionen Kubikmetern giftiger Stoffe, angehäuft in den vergangenen vier Jahrzehnten.

Meinung

Es handelt sich um sehr gefährliche Materialien

Sergio Costa, Generaldirektor Staatlicher Umweltschutz:

“Wir haben chemische Substanzen gefunden, die aus Containern stammen. Einige Stoffe brannten an der Erdoberfläche durch einen Oxidationsprozess. Es handelt sich um sehr gefährliche Materialien, die teuer in der Entsorgung sind, und die deshalb wohl illegal deponiert wurden.”

Alarmiert wurden die Ermittler durch die Recherchen eines lokalen Journalisten. Salvatore Minieri hat festgestellt, dass ein regionales Unternehmen keine Zertifikate für die Entsorgung von Giftstoffen vorweisen konnte. Die Firma fertigte unter anderem sanitäre Anlagen und Autoteile.

Salva Minieri sagte:

“Wir haben Fotos aus den 1960er Jahren mit aktuellen Aufnahmen verglichen und dabei neu entstandene Hügel entdeckt. Wir sind mit einer Drohne und Schaufeln losgezogen. Dann haben wir blaues und rosa gefärbtes Erdreich entdeckt. Es gab alle Arten von Abfällen.”

Hinter der mutmaßlich illegalen Entsorgung von Industriemüll vermuten die Ermittler organisierte Kriminalität.

Euronews-Korrespondentin Margherita Sforza sagte vor Ort in Calvi:

“Vor mehr als 20 Jahren hat der Mafioso Carmine Schiavone erstmals illegale Müllentsorgung in dieser Region zugegeben. Anwohner fordern nun eine genaue und umfangreiche Untersuchung. Sie wollen wissen, welche Art von Abfall hier verscharrt wurde und welche Gesundheitsgefahren drohen.”