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Franziskus: "Die Erde schreit"

Die Erde eine riesige Müllhalde, die der Katastrophe entgegenschlittert: In provokanten Worten kritisiert der Papst die Wegwerfgesellschaft, Umweltzerstörung und globale Gleichgültigkeit.

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Franziskus: "Die Erde schreit"

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Papst Franziskus hat in seiner neuen Enzyklika Konsumrausch, Umweltzerstörung und eine Unterwerfung der Politik unter die Wirtschaft angeprangert. “Niemals haben wir unser gemeinsames Haus so schlecht behandelt und verletzt wie in den letzten beiden Jahrhunderten”, erklärte der Papst in seinem Weltrundschreiben “Laudato si” – ("Über die Sorge für das gemeinsame Haus").

“Es ist unsere Pflicht den Garten zu erhalten, den Gott uns gegeben hat. Dies ist ein Appell an die Verantwortung”, sagte der Heilige Vater. Vatikan-Spezialist Marco Politi meint: “Der Papst macht keine Vorschriften, das steht ihm gar nicht zu, aber er ruft die Politiker dazu auf, sich um diese Sachen zu kümmern.”

In seiner Enzyklika schreibt der Heilige Vater auch, es sei dringend geboten, Programme zu entwickeln und den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch zu reduzieren. Der Klimawandel sei “eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit”.

Die Enzyklika – eines der wichtigsten Lehrschreiben der katholischen Kirche – hatte schon vorab für Wirbel gesorgt. Vor allem in den USA kritisierten konservative Kreise, die den Klimawandel bezweifeln, den Papst für seine politische Stellungnahme. Auch innerhalb des Vatikans ist das Öko-Schreiben von Franziskus durchaus umstritten. Die Reaktionen in Deutschland fielen vor allem positiv aus. Nach Ansicht des Sozialphilosophen Michael Reder schlägt die Enzyklika eine neue Richtung in der Kirchengeschichte ein. “Sie setzt das Denken der Kirche radikal auf ein neues Gleis”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die katholische Kirche habe das Thema Klimawandel bisher kaum beachtet und auch selber an der Umweltzerstörung mitgewirkt.

Die wichtigsten Zitate aus der Umwelt-Enzyklika von Papst Franziskus

“Wenn die Politik nicht imstande ist, eine perverse Logik zu durchbrechen, und wenn auch sie nicht über armselige Reden hinauskommt, werden wir weitermachen, ohne die großen Probleme der Menschheit in Angriff zu nehmen.”

“Was gerade vor sich geht, stellt uns vor die Dringlichkeit, in einer mutigen kulturellen Revolution voranzuschreiten.”

“Niemals haben wir unser gemeinsames Haus so schlecht behandelt und verletzt wie in den letzten beiden Jahrhunderten.”

“Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln.”

“Wenn jemand die Erdenbewohner von außen beobachten würde, würde er sich über ein solches Verhalten wundern, das bisweilen selbstmörderisch erscheint.”

“Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden kann.”

“Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen.”

“Das Bündnis von Wirtschaft und Technologie klammert am Ende alles aus, was nicht zu seinen unmittelbaren Interessen gehört.”

“Wir wissen, dass das Verhalten derer, die mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben können, unvertretbar ist.”

“Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann.”

“Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet.” (Über die Nutzung sozialer Netzwerke und digitaler Medien.)

Klicken Sie hier, um die Enzyklika auf Deutsch lesen: "Über die Sorge für das gemeinsame Haus"