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Luftfahrtshow Paris: Airbus hängt Boeing bei der Jagd nach Kunden ab

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Luftfahrtshow Paris: Airbus hängt Boeing bei der Jagd nach Kunden ab

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Der Flugzeugbauer Airbus hat seinen Erzrivalen Boeing auf der Pariser Luftfahrtmesse bei der Jagd nach Kunden abgehängt. Die Europäer sammelten Aufträge und Vorverträge für 421 Mittel- und Langstreckenjets ein, die Amerikaner blieben mit 331 Bestellungen dahinter zurück. Kurz vor der Messebilanz unterschrieb Airbus einen Vorvertrag mit der osteuropäischen Low-Cost-Fluglinie Wizz Air für 110 Flugzeuge des Typs A321neo und zog an Gegenspieler Boeing vorbei.

Insgesamt summierten sich die Aufträge und Vorverträge von der Messe bei Airbus laut Preisliste auf 51 Milliarden Euro. Boeing kommt auf 44 Milliarden Euro. Allerdings – den Riesenflieger A380 wollte wieder keiner haben. Er hat Platz für mehr als 500 Passagiere und kostet nach Liste 375 Millionen Euro. Seit 2013 hat keine Airline mehr eins der doppelstöckigen Flugzeuge geordert.

John Leahy, Airbus-Vorstand:

“Wie werden wir den Luftverkehr in 15 Jahren verdoppeln, wenn wir nicht mehr tun als die Anzahl der Flugzeuge zu verdoppeln? Ist unmöglich. Wir brauchen größere Flugzeuge. Nun, der A380 ist ein größeres Flugzeug, in dem die Leute gerne fliegen. Es ist leiser, ruhiger, mit größeren Sitzen, verbrennt weniger Treibstoff pro Passagier und schadet der Umwelt weniger.”

Er hoffe auf 25 Neubestellungen in diesem Jahr – “das wäre realistisch”, sagte Leahy.

Für beide großen Hersteller geht es jetzt darum, was aus ihren wenig gefragten Flaggschiffen 747 und A380 wird – auch vom “Jumbo” wurden in Le Bourget nur 20 Maschinen bestellt. Das russische Frachtunternehmen Volga-Dnepr-Group will in den nächsten sieben Jahren 20 Maschinen des Typs 747-8 kaufen.

Und wie sie die Auftragsberge bewältigen.
Die Flugzeugindustrie muss einen riesigen Auftragsberg abarbeiten. Experten zufolge wird daher die Fähigkeit zur pünktlichen Lieferung verstärkt zum Konkurrenzfaktor. In den vergangenen Jahren hatten niedrige Zinsen und die damals noch hohen Ölpreise zu einem Order-Boom geführt, weil viele Fluggesellschaften über günstige Kredite massiv in neue kerosinsparende Maschinen investierten.

su mit dpa