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Zinswende? Fed lässt sich nicht drängeln

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Zinswende? Fed lässt sich nicht drängeln

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In den USA haben sich in der vergangenen Woche 267.000 Arbeitslose registrieren lassen – 4,5 Prozent weniger als in der Woche davor.

Gleichzeitig fallen die Verbraucherpreise nicht mehr – sie stagnierten im Mai auf Jahressicht, so das US-Arbeitsministerium. Im April waren sie noch um 0,2 Prozent gefallen.

Worauf wartet die Federal Reserve also noch mit ihrer lang angekündigten Zinswende? Fragen sich da viele.

“Die wirtschaftlichen Bedingungen rechtfertigen noch keine Erhöhung”, so Fed-Chefin Janet Yellen Mitte der Woche. Trotz hartnäckiger Nachfragen von Journalisten wollte sie sich nicht auf einen Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung festlegen. Sie will zuerst handfeste Hinweise sehen, dass der Aufschwung nicht mehr ins Wackeln gerät. Zuletzt hatte der starke Dollar mit dazu beigetragen, dass der Aufschwung ins Stocken geraten war. Mit einem zu frühen Zinsschritt riskiere die Notenbank, den Aufschwung abzuwürgen, warnte Yellen.

Die Notenbanker erwarten für 2015 im Mittel 1,8 bis 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum. Im März hatten sie noch 2,3 bis 2,7 Prozent vorhergesagt. Am Arbeitsmarkt sehen sich Yellen & Co. dicht vor dem Ziel: 2016 erwarten die Notenbanker nur noch rund fünf Prozent Arbeitslosenquote. Die US-Notenbank soll Vollbeschäftigung fördern und zugleich für stabile Preise sorgen.

Bankenvolkswirt Carsten Brzeski von der ING-DiBa erwartet, dass die US-Notenbank deshalb die Zinswende erst Ende des Jahres oder Anfang 2016 angeht. “Die Märkte sind nervös. Die Fed möchte nicht die erste Zentralbank sein, die höhere Zinsen einführt, wenn es nicht unbedingt nötig ist.”

Der Leitzins liegt in den USA seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) hatten die Fed zuletzt gemahnt, die Geldpolitik erst im nächsten Jahr zu straffen.

su mit Reuters