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"Die Märkte sind noch nicht in Panik, weil sie das Gefühl haben, dass ein Deal noch locker drin ist"

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"Die Märkte sind noch nicht in Panik, weil sie das Gefühl haben, dass ein Deal noch locker drin ist"

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Hauptgesprächsthema an Europas Börsen war der geplante Sondergipfel zur Griechenland-Krise am Montag. Über dessen Erfolgsaussichten waren die Börsianer uneins. Einige werteten schon die Einberufung des Treffens als positiv, so der Anlagestratege Ciaran O’Hagan von der Societe Generale in Paris. Andere Kapitalmarkt-Experten wie Richard Griffiths vom Wertpapierhändler Berkeley Futures, London, rieten dagegen zu Gewinnmitnahmen. Es bedürfe großen Mutes, um mit Wetten auf steigende Kurse in das Wochenende zu gehen.

Der Eurostoxx50 gewann 0,19 Prozent, Athen gut ein halbes (0,57 Prozent), Frankfurt verlor etwa in gleicher Höhe (minus 0,54 Prozent).

Oleksandra Vakulina, euronews:

“Bei uns ist jetzt Angus Campbell, Analyst bei FxPro in London.

Angus, zuerst mal zur Reaktion auf die Krise in Griechenland. Die Finanzmärkte zeigen nur wenige Anzeichen von Panik, warum?”

Angus Campbell, Senior Analyst bei FxPro:

“Die Märkte sind noch nicht in Panik, weil sie das Gefühl haben, dass ein Deal noch locker drin ist. Da gibt es dieses große, große symbolträchtige Treffen am Montag. Das ist ein entscheidender Tag, Montag, denn die Zeit wird nun wirklich langsam knapp für jede Art von Vereinbarung. Um in Griechenland Ende des Monats in Kraft zu treten, muss sie im Parlament ratifiziert werden. Also wirklich – die Zeit wird knapp, aber es demonstriert gleichzeitig mehr als alles andere, dass der politische Wille da ist. Das ist sehr, sehr klar.”

euronews:

“Angus, die Europäische Zentralbank hat Athens Antrag auf mehr Notfallliquiditätshilfen akzeptiert …”

Angus Campbell:

“Das wirkt ein bisschen wie ein Meilenstein, nur, weil es außerhalb der normalen wöchentlichen Überprüfung der griechischen Finanzierungssituation daherkommt. Es ist eine Art von Einmalaktion, damit Griechenland über das Wochenende und den Montag kommt. Die EZB hat ja immer wieder gesagt, sie hilft Griechenland, solange verhandelt wird und es nach einem Ergebnis aussieht.

Also wurden diese Notfallliquiditätshilfen bis Montag erweitert.”

euronews:

“Was ist gefährlicher für Griechenland? Seine Unfähigkeit, die Schulden zu begleichen oder ein Sturm auf die Banken?”

Angus Campbell:

“Nun, ich meine, das tritt unabhängig voneinander ein und schrittweise.

Wenn wir am Montag keinen Deal bekommen, dann kommen im ersten Schritt Kapitalkontrollen und dann Ende des Monats die Pleite.

Ich meine, Kapitalverkehrskontrollen sind gleichbedeutend mit einer Pleite. Weil wir wissen, dass Griechenland ohne einen Deal seinen Verpflichtungen Ende des Monats nicht nachkommen kann und sicher auch nicht über den Sommer.”