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Euro-Sondergipfel soll noch in letzter Minute Griechenlandkrise lösen

Kurz vor Ultimo bleibt die griechische Schuldenkrise ungelöst. Ein Treffen der Finanzminister der Euroländer in Luxemburg brachte keine Einigung. Nun

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Euro-Sondergipfel soll noch in letzter Minute Griechenlandkrise lösen

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Kurz vor Ultimo bleibt die griechische Schuldenkrise ungelöst.

Meinung

Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Ein Treffen der Finanzminister der Euroländer in Luxemburg brachte keine Einigung.

Nun wurde in aller Eile für Montag ein Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs angesetzt.

Griechenland wirft den anderen Euroländern vor, sie hätten in Luxemburg über einen neuen Lösungsvorschlag gar nicht reden wollen.

Dabei geht es um eine automatische Schuldenbremse, die nach griechischen Angaben unter bestimmten Bedingungen in Kraft treten könne, sogar am Parlament vorbei.

Eine Übereinkunft sei noch möglich, aber nicht in Sicht, sagt jedoch Jeroen Dijsselbloem, der niederländische Chef der Eurogruppe – es habe zu wenig Fortschritt gegeben.

Mit Blick auf Krisen-Szenarien wie eine Staatspleite oder einen Euroaustritt betont Dijsselbloem: “Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.”

Auch der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann sagt, es bleibe nicht mehr viel Zeit für eine Vereinbarung.

Bei allen Risiken dürften die Grundlagen der Währungsunion als Stabilitätsunion nicht ausgehöhlt werden: “Hilfen und Solidarität gehören dazu”, so Weidmann, “aber eben auch, dass Vereinbarungen eingehalten werden.”

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt: “Ich bin unverändert davon überzeugt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.”

Sie verweist aber auch darauf, dass Griechenland in den letzten fünf Jahren beispiellose Solidarität erfahren habe.

Spanien, Irland und Portugal hätten ihre Hilfsprogramme erfolgreich abgeschlossen und stünden wieder auf eigenen Beinen. Zypern sei auf einem guten Weg.

Auch Griechenland sei auf einem guten Weg gewesen, so Merkel, habe aber Reformen immer wieder verschleppt.

Merkels griechischer Kollege Alexis Tsipras “meldet sich in einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung “Tagesspiegel” zu Wort”:http://www.tagesspiegel.de/politik/alexis-tsipras-im-tagesspiegel-gastbeitrag-von-alexis-tsipras-deutsche-zahlen-nicht-fuer-griechen/11931320.html.

Darin spricht er von einer “Kürzungsoffensive der letzten Jahre”, die zu nichts geführt habe – außer “in eine problemverschärfende Rezession”.

Das – schon zweimal verlängerte – europäische Hilfsprogramm läuft nur noch bis Monatsende.

Dann will auch der Weltwährungsfonds gut anderthalb Milliarden Euro von Griechenland zurück; jede Stundung schließt er aus.

Die Griechen heben inzwischen schon massenweise Geld von ihren Konten ab: zwei Milliarden Euro alleine von Montag bis Mittwoch.