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Griechendrama: Finanzmärkte cool

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Griechendrama: Finanzmärkte cool

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Die Akteure am Aktienmarkt blicken nach der Verunsicherung der vergangenen Tage wieder optimistischer auf die Griechenland-Krise – obwohl keine Fortschritte zu sehen sind im Schuldenstreit zwischen Athen und seinen Geldgebern. Der Eurostoxx legte 1,3 Prozent zu, der Dax 0,6 Prozent – auch wegen des großen Verfallstermins an den
internationalen Options- und Futures-Märkten, dem sogenannten “Hexensabbat”. Athen verlor hauchdünne 0,08 Prozent.

Finanzberater Alexandre Zilliox, Montsegur Finance, Paris:

“Heute morgen waren die Märkte ruhig, trotz der Tatsache, dass die Verhandlungen gestern nichts gebracht haben. Die Finanzmärkte würden einen Grexit überleben – Griechenlands Schulden, das sind nur 300 Milliarden Euro. Es gäbe es eine Erschütterung auf kurze Sicht, aber die Märkte würden sich mittelfristig erholen.”

Inzwischen stimmen die Griechen mit den Füßen ab: Allein am Donnerstag hätten die Bankkunden mehr als eine Milliarde Euro abgehoben, schätzten Banker (Reuters).

EZB-Ratsmitglied Benoit Coeure laut Augenzeugen auf die Frage, ob die Banken am Freitag öffnen könnten: “Das ja. Montag – ich weiß es nicht.”

Sollten die Griechen ihre Geldhäuser durch einen “Bankrun” ins Wanken bringen, könnte sich die Lage dramatisch zuspitzen.

Erst am Donnerstag war ein Treffen der Euro-Finanzminister ohne Einigung mit Griechenland zu Ende gegangen. EU-Ratspräsident Donald
Tusk hatte daraufhin den Sondergipfel mit Staats- und Regierungschefs der Eurozone einberufen.

Das griechische Hilfsprogramm endet am 30. Juni – und damit der Anspruch auf weitere Hilfen von bis zu 18 Milliarden Euro. Zugleich wird aber eine Rückzahlung an den IWF von 1,6 Milliarden Euro fällig. Größter Einzelgläubiger der Griechen ist Deutschland. Die Bundesregierung bürgt für gut 50 Milliarden Euro der bisher ausgezahlten Darlehen.

su mit Reuters, dpa