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Neue EZB-Infusion für griechische Banken

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Neue EZB-Infusion für griechische Banken

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hält
Griechenlands Banken mit weiteren Notkrediten vorerst am Leben. In einer kurzfristig anberaumten Telefonschalte entschied der EZB-Rat nach Medienberichten (“Bloomberg”), den Rahmen für sogenannte Notfall-Liquiditätshilfen ELA (Emergency Liquidity Assistance) noch einmal auszuweiten – um 1,8 Milliarden Euro auf 85,9 Milliarden Euro.

Erst am Mittwoch hatte die EZB eine Ausweitung der Ela-Hilfen um 1,1 Milliarden auf 84,1 Milliarden Euro bewilligt. Ausgangswert im Februar: 60 Milliarden Euro. Diese Kredite werden nicht von der EZB direkt, sondern von der jeweiligen nationalen Notenbank vergeben, die auch für mögliche Verluste haftet. Der EZB-Rat muss der Gewährung aber zustimmen. Eine Blockade einer weiteren Ausweitung des Kreditrahmens hätte erhebliche Folgen: Griechenland könnte gezwungen sein, Kapitalverkehrskontrollen zu verhängen, um weitere Bargeldabflüsse überschaubar zu halten.

Die Entscheidung kauft Zeit bis zum Krisentreffen der Staats- und Regierungschefs der Euroländer an diesem Montag (22.6.).

Griechenlands Banken hängen seit Monaten am ELA-Tropf und brauchen dringend weiteres frisches Geld: Weil es im Schuldenstreit zwischen
der griechischen Links-Rechts-Regierung und den Geldgebern seit Monaten keine Einigung gibt, heben verunsicherte Verbraucher und
Unternehmen große Mengen Bargeld von ihren Konten ab.

Streng genommen dürfen ELA-Kredite nur an Banken vergeben werden, die einen vorübergehenden finanziellen Engpass haben. Grundsätzlich müssen die Geldhäuser aber solide aufgestellt, also solvent sein. Kritiker bezweifeln, dass dies auf griechische Banken noch zutrifft. Sollte die EZB die ELA-Hilfen einstellen, müssten die griechischen Banken die bereits gewährten Milliarden relativ schnell zurückzahlen – was sie faktisch nicht können.

In Athen machen seit Donnerstag Gerüchte die Runde, die griechischen Banken könnten wegen Liquiditätsproblemen in Kürze schließen. Die
Regierung hatte zuvor schon dementiert, dass die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen bevorstehe.

su mit Reuters, dpa