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Festgenommener Al-Jazeera-Journalist verdächtigt Berlin der Komplizenschaft mit Kairo

Die Festnahme eines Journalisten vom Nachrichtensender Al-Jazeera am Samstag in Deutschland schlägt international Wellen. Laut den deutschen

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Festgenommener Al-Jazeera-Journalist verdächtigt Berlin der Komplizenschaft mit Kairo

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Die Festnahme eines Journalisten vom Nachrichtensender Al-Jazeera am Samstag in Deutschland schlägt international Wellen.

Laut den deutschen Behörden erfolgte die Festnahme Ahmed Mansours am Berliner Flughafen Tegel auf Betreiben Interpols. Dem widersprach Mansour nun in einer in Haft aufgenommenen und von Al-Jazeera verbreiteten Videobotschaft.

Ermittler hätten ihm mitgeteilt, seine Festnahme sei auf deutsche Initiative und nicht auf Bitte Interpols erfolgt. Außerdem hätten ihn Anwälte darauf hingewiesen, dass es möglicherweise eine Absprache zwischen Berlin und Kairo gebe.

Sollte sich dies als wahr herausstellen, sei es für Deutschland sehr beschämend, so der 52-Jährige, der Kairo vorwirft, ihn als regierungskritischen Journalisten aus politischen Motiven zu verfolgen.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah Al-Sisi war Anfang Juni zu einem Staatsbesuch nach Berlin gereist. Beide Seiten waren um Annäherung bemüht.

Mansour war für ein Fernsehinterview nach Berlin gereist und wurde vor dem Abflug aus Berlin nach Doha festgenommen. In Ägypten ist er in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er während des arabischen Frühlings in Kairo an der Folter eines Anwalts beteiligt gewesen sein soll. Mansour und sein Sender Al-Jazeera weisen das zurück.