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Nach Charleston-Anschlag: Demo für die Opfer

In der US-amerikanischen Stadt Charleston sind am Sonntag Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um an die Opfer des Anschlags vom vergangenen

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Nach Charleston-Anschlag: Demo für die Opfer

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In der US-amerikanischen Stadt Charleston sind am Sonntag Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um an die Opfer des Anschlags vom vergangenen Mittwoch zu erinnern. Laut den Organisatoren versammelten sich rund 3000 Menschen an einer Brücke, die Charleston mit der Stadt Mount Pleasant verbindet, um Geschlossenheit zu demonstrieren. Die Brücke ist nach dem ehemaligen Abgeordneten Arthur Ravenel benannt, der sich unter anderem für die sogenannte Konförderiertenflagge eingesetzt hatte, um die jetzt eine erneute Diskussion entflammt ist: Viele halten sie für ein rassistisches Symbol.

Meinung

Entfernt die Flagge.

Mit dieser Flagge, die auch in Charleston weht, hat der mutmaßliche Täter Dylann Roof auf Fotos posiert. Kritiker sehen sich dadurch in ihrer Auffassung bestärkt. Die Flagge repräsentiere die damalige Bereitschaft von Südstaaten, in den Krieg zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Befürworter betrachten das Banner dagegen als ein Symbol kultureller Identität, südlichen Stolzes und eines wichtigen Teils der Geschichte.

US-Präsident Barack Obama findet nach Angaben eines Sprechers, dass die Fahne in Charleston “in ein Museum gehört”. Der republikanische Ex-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney schloss sich an. Bei Twitter schrieb er: “Entfernt sie jetzt, um die Opfer von Charleston zu ehren.”

Der 21 Jahre alte Roof wurde am Donnerstag unter Tatverdacht festgenommen. Die Ermittler untersuchen derzeit ein Manifest mit rassistischen Inhalten, das Roof geschrieben haben soll.

Am Sonntag fand in der Kirche, in der bei dem Anschlag neun Schwarze erschossen worden waren, auch der erste Gottesdienst nach dem Massaker statt. Um zehn Uhr läuteten hier und an anderen Kirchen in Charleston und den USA die Glocken im Gedenken an die Ermordeten.

Die Tat hat auch der Debatte um das Waffenrecht in den USA wieder Auftrieb gegeben.

Website der Kirche