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Schatten über Griechenlands Wirtschaft

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Schatten über Griechenlands Wirtschaft

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Neue Sparmaßnahmen auf der Tsipras-Liste sollen die Griechen fast acht Milliarden Euro kosten. Eine höhere Mehrwertsteuer träfe Arm mehr als Reich, die Tourismusbranche hat die Türkei mit ihrer ständigen Abwertung der Lira als preiswertere Alternative vor der Nase. Mehr Gewerbesteuer fürchtet der Mittelstand, eine höhere Luxussteuer der einschlägige Einzelhandel – schließlich ist die Kundschaft mobil.

Eddie Kalfayan, Besitzer eines Schmuckladens:

“Alle diese Steuern, die Erhöhung der Mehrwertsteuer, das zielt alles auf die Unternehmer und belastet sie zu einer Zeit, in der wir ohnehin in einem sehr schlechten Zustand sind. Wir sind alle in den roten Zahlen.”

In Griechenland herrschte ab dem Jahr 2008 Rezession, fünf Jahre später war mehr als ein Viertel des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts verschwunden, 10.000e Arbeitsplätze weg, viele Läden zu. Das minimale Plus von 2014 (0,4%) droht zur Episode zu werden.

Maria, Inhaberin eines Modegeschäfts :

“Wir müssen das kleinere von zwei Übeln wählen. Was können wir tun? Wir machen eine schwere Zeit durch, aber wir alle müssen Geduld zeigen, und nicht anfangen, mit Steinen nach Griechenland zu werfen. Wir müssen aufhören, uns selbst fertigzumachen. Nur Geduld!”

Die große Unbekannte: Die Schattenwirtschaft. Ihr Anteil wird in Griechenland etwa doppelt so hoch eingeschätzt wie im Schnitt der OECD (rund 12 zu mehr als 22 Prozent). Wenn die Kontrollanstrengungen nicht dagegen ankommen, bringen höhere Steuern wenig.

su mit Reuters