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Verzweifelt, ausgehungert, verletzt: Neue Flüchtlingswelle kommt auf Sizilien an

Der Flüchtlingsstrom in Italien ist weiter extrem hoch. Fast 300 Flüchtlinge sind am Dienstag in Sizilien an Land gegangen. Auf Booten der

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Verzweifelt, ausgehungert, verletzt: Neue Flüchtlingswelle kommt auf Sizilien an

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Der Flüchtlingsstrom in Italien ist weiter extrem hoch. Fast 300 Flüchtlinge sind am Dienstag in Sizilien an Land gegangen. Auf Booten der Organisation “Ärzte Ohne Grenzen” trafen sie im Hafen von Pozzallo ein. Sie waren am Sonntag vor dem Ertrinken gerettet worden. Ein Flüchtling schaffte es nicht lebend nach Italien. Der aus Gambia stammende Mann wurde laut Augenzeugen am Montag in der Straße von Sizilien durch Schüsse aus einem anderen Boot getötet.

Ein anderer Mann kam verletzt an Land. Er gab an, libysche Milizen hätten bei dem Versuch ihm Geld abzunehmen, auf ihn geschossen. Die international nicht anerkannte libysche Regierung in Tripolis dementierte die Angaben. Auf dem Festland wurden die Migranten von der italienischen Polizei zu dem Geschehen auf See befragt.

Die italienische Küstenwache rettete nach eigenen Angaben seit Montagmorgen über 2.700 Migranten auf 18 verschiedenen Booten, unter ihnen zahlreiche Schwangere und Säuglinge. An den Rettungsaktionen sollen auch Schiffe des EU-Grenzschutzeinsatzes beteiligt gewesen sein.

Seit Beginn des Jahres kamen in Italien nach offiziellen Schätzungen bisher rund 60.000 Flüchtlinge an. Etwa 2.000 sollen bei dem Versuch, Europa für ein besseres Leben zu erreichen, ertrunken sein.

Italien hat die EU wiederholt um Hilfe bei der Aufnahme von Flüchtlingen gebeten. Während Europa entschied, die Hilfen für Flüchtlinge, die über das Mittelmeer ankommen zu verdreifachen, ist weiter unklar, was mit den vielen Asylsuchenden geschieht wenn sie das europäische Festland erreichen. Am Donnerstag und Freitag wollen die Staats- und Regierungschef beim EU-Gipfel über eine Quotenverteilung von Flüchtlingen auf die Mitgliedsstaaten diskutieren.