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Nato-Eingreiftruppe erhöht Militäraufkommen in Osteuropa

Zagan im Südwesten Polens: Das Nordatlantikbündnis lässt Panzer und anderes militärisches Gerät auffahren, Soldaten üben für den Fall eines

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Nato-Eingreiftruppe erhöht Militäraufkommen in Osteuropa

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Zagan im Südwesten Polens: Das Nordatlantikbündnis lässt Panzer und anderes militärisches Gerät auffahren, Soldaten üben für den Fall eines Einsatzes. Schon Anfang des Monats probten Nato-Einsatzkräfte im Baltikum, also ebenfalls in einer Region, die einst zum Einflussgebiet der Sowjetunion gehörte. Die Nato lässt die Muskeln spielen – offiziell aus rein defensiven Beweggründen.

“Wir brauchen einsatzbereite Kräfte. Und wir brauchen schnelle Entscheidungsprozesse, um auf Gefahren und Herausforderungen innerhalb kurzer Zeit reagieren zu können”, sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Die Eingreiftruppe des Militärbündnisses besteht derzeit aus 13.000 Mann, die Truppenstärke soll auf bis zu 40.000 erhöht werden. Eine sogenannte Speerspitze mit 5.000 Mann soll innerhalb von 48 Stunden marschfertig sein und Unterstützung aus der Luft, zu Wasser und von Spezialkräften erhalten.

Als Kommandozentralen der Nato-Eingreiftruppe sollen sechs Standorte dienen. Diese liegen in den drei baltischen Staaten, Polen, Rumänien und Bulgarien, also an der Ostgrenze des Bündnisses.

Trotz der erheblichen Aufstockung der Truppenstärke habe die Nato weniger Geld zur Verfügung, behauptet Stoltenberg.

“Die Nato-Verteidigungsausgaben werden in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent sinken. Wir müssen also mehr tun, um Investitionen in unsere Verteidigung zu erhöhen, weil die Herausforderungen für unsere Sicherheit größer geworden sind”, so Stoltenberg.

In den kommenden Jahren sollen die Nato-Staaten laut Zielvorgabe zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Rüstungszwecke ausgeben. 2014 taten das vier der 28 Mitglieder. Polen könnte in diesem Jahr dazukommen. Das Land hatte angekündigt, seine Streitkräfte innerhalb von zehn Jahren grundlegend zu modernisieren und dafür 35 Milliarden Euro in die Hand zu nehmen.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte, einen neuen Kalten Krieg werde es trotz der andauernden Eiszeit zwischen Russland und der Nato nicht geben.