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Russland/EU: Boykott-Pingpong geht weiter

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Russland/EU: Boykott-Pingpong geht weiter

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Russland hat seine Sanktionen gegen die EU um ein Jahr verlängert. Die EU hatte Anfang der Woche bekanntgegeben, dass sie ihre Sanktionen gegen Russland weiterführt. Mitte Juli 2014 hatten EU und USA ihre Sanktionen wegen der russischen Ukraine-Politik verschärft.

Russlands Einfuhrverbot für Nahrungsmittel trifft vor allem den Landwirtschaftssektor in der EU.

Dmitri Medwedew, russischer Ministerpräsident:

“Die Liste ist nicht “in Stein gemeißelt” und könnte sich auch ändern – das hängt von einer Reihe von Faktoren ab, unter anderem von unserem Verhältnis zu den EU-Partnern. Russland hat diesen “Sanktions-Konflikt” nicht losgetreten. Um ihn zu stoppen sínd gemeinsame Anstrengungen erforderlich.”

Russlands Agrarsektor entwickle sich dynamischer, dank staatlichen Unterstützung und der Einfuhrbeschränkungen.

Die “Vergeltungsmaßnahmen” würden “Russlands Sicherheit gewährleisten”, sagte Präsident Wladimir Putin laut Kreml bei einem Kabinettstreffen.

Die EU-Außenminister hatten entschieden, die Wirtschaftssanktionen gegen Moskau “wegen Russlands destabilisierender Rolle in der Ostukraine” um ein halbes Jahr zu verlängern, bis Ende Januar 2016. Die Sanktionen treffen die russische Bankenbranche und die Öl- und Verteidigungssektoren hart.

Sanktionen und Russlandkrise könnten europaweit weit mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze und rund 100 Milliarden Euro an Wertschöpfung gefährden, schätzt das Österreichische Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo).

Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte “brutale” Folgen der Russland-Sanktionen für die Landwirtschaft beklagt und eine Überprüfung gefordert. Das Embargo Russlands sei Hauptursache dafür, dass die Preise für Schweine eingebrochen und die Milchpreise kräftig unter Druck geraten seien, sagte er beim Deutschen Bauerntag in Erfurt. “Am Ende sind die Bauernfamilien die Leidtragenden.” Laut Bauernverband haben sich die deutschen Agrarexporte in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt.

su mit Reuters