Eilmeldung

Eilmeldung

Syrische Flüchtlingskinder - Eine verlorene Generation

Syrien: Zusammenleben trotz des Krieges Der Krieg in Syrien wütet seit vier Jahren. UNICEF schätzt, dass rund 2,6 Millionen Kinder nicht mehr zur

Sie lesen gerade:

Syrische Flüchtlingskinder - Eine verlorene Generation

Schriftgrösse Aa Aa

Syrien: Zusammenleben trotz des Krieges

Meinung

Die Kinder bekommen keine Ausbildung. Wenn sie heranwachsen, besteht die Gefahr, dass sie ausgebeutet oder von Gruppen rekrutiert werden

Der Krieg in Syrien wütet seit vier Jahren. UNICEF schätzt, dass rund 2,6 Millionen Kinder nicht mehr zur Schule gehen. Diese Krise überfordert die Länder, die Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben. Es gibt jedoch mehrere Projekte, die versuchen zu helfen.

Die Kinder von Qamishlo, im Nordosten Syriens. Hier ist es relativ ruhig, der Krieg hat die Stadt bislang weitgehend verschont. Viele Flüchtlinge haben hier Unterschlupf gefunden. Manche von ihnen wohnen sogar in Häusern und nicht in Zelten und ihre Kinder gehen in eine richtige Schule.

Hier in diesem Viertel leben vor allem Kurden, aber auch Araber, Assyrer und Armenier. Schon im Kindergarten lernen die Kleinen mindestens drei Sprachen.

In diesem Teil Syriens lebten schon vor dem Krieg mehrere Gemeinschaften. Doch mit dem Konflikt hat sich vieles geändert. Manche Bewohner sind nach Europa oder in die Türkei geflohen, andere sind aus Städten wie Damaskus und Aleppo gekommen. Mehrsprachigkeit ist notwendig, damit das Zusammenleben funktioniert.

Die mehrsprachigen Kindergärten in Qamishlo wurden von der Rojava Free Women’s Foundation gegründet. Die Stiftung bietet auch psychologische Hilfe an. Die Menschen reagieren unterschiedlich auf den Krieg. Aber generell steigt die Gewalt auch innerhalb der Familien und viele Kinder haben große Schwierigkeiten, sich länger zu konzentrieren.

Libanon: Das Schicksal der syrischen Flüchtlingskinder

Im Libanon leben mittlerweile mehr als eine Million syrischer Flüchtlinge, rund die Hälfte von ihnen sind Kinder. Viele Familien leben in Zelten wie diesen. Das Land ist mit den vielen Flüchtlingen überfordert. Es fehlt an allem, Strom, Wasser aber auch Gesundheitsvorsorge und Bildung. Nur 100.000 Kinder haben die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Was für eine Zukunft haben diese Kinder?

Diese Flüchlingskinder arbeiten jeden Tag für einen Hungerlohn auf dem Feld. Sie leben in inoffiziellen Flüchtlingslagern in der Bekaa-Ebene, östlich von Beirut.

Salam Abdulmunem arbeitet für Unicef. Er klagt: “Diese Kinder gehen arbeiten und werden ausgebeutet. Sie sind noch sehr jung und das bereitet uns Sorgen. Sie bekommen keinerlei Ausbildung und wenn sie heranwachsen, werden sie zunehmend unzufrieden mit ihrer Situation sein. Sie werden merken, dass sie feststecken und keinerlei Möglichkeiten haben. Sie können so einfach ausgebeutet oder von Gruppen rekrutiert werden, die sich momentan in der Region befinden.”

Rund 300.000 syrische Kinder gehen im Libanon nicht zur Schule. UNICEF und Nichtregierungsorganisationen wie BEYOND möchten das ändern. Sie haben Zentren eingerichtet, wo die Kinder lernen und spielen können.

Viele dieser Kinder sind noch nie zur Schule gegangen oder haben viel verpasst. Die Lehrer haben also den libanesischen Lehrplan angepasst. Für die Kinder ist es dennoch nicht einfach. In syrischen Schulen war der Großteil des Unterrichts auf Arabisch, jetzt werden sie auf Englisch unterrichtet. Die Zeltschulen sind allerdings nicht anerkannt und es gibt keinen Abschluss.

Qamishli, Syria

Posted by Learning World on Friday, 26 June 2015