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"Systematisch exekutiert": HRW beschuldigt kolumbianische Streitkräfte

Die kolumbianischen Streitkräfte sollen zwischen 2002 und 2008 systematisch an die 3000 Zivilisten getötet und die Toten als Mitglieder der

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"Systematisch exekutiert": HRW beschuldigt kolumbianische Streitkräfte

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Die kolumbianischen Streitkräfte sollen zwischen 2002 und 2008 systematisch an die 3000 Zivilisten getötet und die Toten als Mitglieder der FARC-Rebellenorganisation ausgegeben haben. Die Militärführung sei informiert gewesen. Das behauptet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die ihren Hauptsitz in New York hat. Jose Miguel Vivanco von Human Rights Watch erklärte: “Mitglieder der Streitkräfte, die für die Exekutionen verantwortlich waren, sind nie bestraft worden und sind auch noch befördert worden. Und damit meine ich auch die jetzige Armeeführung.”

Die kolumbianische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Präsident Juan Manuel Santos sagte, Human Rights Watch habe keinen Grund, kein Recht und keine Beweise, solch schwere Vorwürfe zu erheben. Er sagte: “Es wird nicht einmal ermittelt. Gegen niemanden wird ermittelt. Human Rights Watch sollte den Mund halten und nicht ohne Beweise solche Anschuldigungen aussprechen. Eine Organisation, die sich rühmt, sich für die Menschenrechte einzusetzen, sollte sich nicht so benehmen.” Über Twitter schrieb der Präsident, er werde sich immer hinter seine Streitkräfte stellen.

Human Rights Watch hat einen 105-seitigen Bericht veröffentlicht. Darin werden namentlich der Chef des Heeres, Jaime Lasprilla, und der Chef der Streitkräfte, Juan Pablo Rodriguez, genannt. Die kolumbianische Regierung verhandelt zur Zeit in der kubanischen Hauptstadt Havanna weiter über einen Friedensvertrag mit der Vertretern der FARC. Dieser soll dem Jahrzehnte währenden Konflikt ein Ende setzen.