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Lyon: Reaktionen auf Enthauptung

Bei einem Anschlag auf eine Gasfabrik in der Nähe der südostfranzösischen Stadt Lyon sind ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt worden. Die

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Lyon: Reaktionen auf Enthauptung

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Bei einem Anschlag auf eine Gasfabrik in der Nähe der südostfranzösischen Stadt Lyon sind ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt worden.

Meinung

"Schock und Ungläubigkeit herrschen hier vor"

Die Polizei nahm einen 35-jährigen Mann fest, der Kontakt zur radikalislamischen Szene haben soll und von einem Feuerwehrmann überwältigt wurde.

Der Tatverdächtige Yassin Salhi war mit einem Auto auf das Industriegelände gerast und hatte eine Explosion ausgelöst. Zuvor soll Salhi seinen Chef enthauptet haben.

Staatspräsident Francois Hollande brach seinen Besuch beim EU-Gipfel in Brüssel ab:

“Die verantwortliche und schuldige Person, zu der die Justiz Stellung nehmen wird, ist von den Sicherheitskräften vernommen worden. Der Feuerwehr und ihrem Mut zolle ich meinen Tribut. Jetzt muss die Frage geklärt werden, ob der Täter Komplizen hatte und das werden die Untersuchungen ergeben.”

Salhis Frau wurde im Lyoner Vorort Saint-Priest festgenommen. Das Tatauto ihres Mannes hatte eine Zugangsberechtigung für die Gasfabrik.

Auch mehrere weitere Personen kamen in Polizeigewahrsam. Der genaue Tathergang und eine mögliche Komplizenschaft werden noch untersucht.

Im Januar waren bei Anschlägen auf die Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” und einen jüdischen Supermarkt in Paris 17 Menschen von islamistischen Terroristen getötet worden.

Das Industriegebiet der Gemeinde Saint-Quentin-Fallavier wurde nach der Bluttat weiträumig abgesperrt. Die Gasfabrik gehörte zum amerikanischen Konzern “Air Products”.

Anwohner reagierten verstört auf den Anschlag:

“Um 9 Uhr 45 gab es eine Explosion. Ich wusste nicht warum. Erst durch das Polizeiaufgebot habe ich von der Attacke erfahren.”

Ein Arbeitnehmer sagte:

“Wir waren schockiert. So etwas haben wir an unserem Arbeitsplatz nicht erwartet. Das hier ist sonst ein sehr ruhiges Gebiet.”

Georges Fenech, Mitglied der Französischen Nationalversammlung, sagte vor Ort:

“Die Gefahr ist immer noch präsent und sie wird es auch bleiben. Ich erinnere mich an die Worte eines ranghohen Polizeivertreters, der sagte: Frankreich steht erst am Anfang eines sehr langen und schmerzhaften Weges.”

euronews-Korrespondent Fabien Farge schilderte seine Eindrücke am Tatort in Saint-Quentin-Fallavier:

“Schock und Ungläubigkeit herrschen hier vor. Die Anwohner können nicht fassen, dass sich nur wenige Meter von ihren Häusern und Arbeitsplätzen entfernt solch eine schwerwiegende Tat abgespielt hat.