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Treibhausgase - Was bedeuten sie wirklich?

Die Klimadiskussion flaut nicht ab. Die Treibhausgase gelten als schwarze Schafe des Klimas. Doch worum geht es eigentlich wirklich? Was sind

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Treibhausgase - Was bedeuten sie wirklich?

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Die Klimadiskussion flaut nicht ab. Die Treibhausgase gelten als schwarze Schafe des Klimas. Doch worum geht es eigentlich wirklich?

Was sind Treibhausgase?

Bei Treibhausgasen handelt es sich um Gase in der Erdatmosphäre, die die Wärmeabstrahlung verhindern. Sie absorbieren die Infrarotstrahlen der Sonne, geben sie aber später nicht wieder ab. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um einen natürlichen Prozess, der die Temperatur auf der Erde konstant bei ungefähr 15°C hält. Das Problem ist allerdings, dass der Mensch diesen Prozess seit dem Beginn der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert extrem beschleunigt hat. Die heutigen Generationen sehen sich nun mit dem Klimawandel als Konsequenz konfrontiert. Ökosysteme, wie Wälder und Ozeane, können zwar eine gewisse Menge an Treibhausgasen absorbieren und diese in Sauerstoff umwandeln, doch übersäuern die Meere dadurch. Das zerstört den Lebensraum einiger Meereslebewesen und die Ozeane können deshalb auch weniger Kohlenstoffdioxide aufnehmen. Die Abholzung großer Waldflächen verringert ebenfalls die Menge der Treibhausgase, die von der Natur absorbiert werden können.

Es existieren verschiedene Gase, die als Treibhausgase funktionieren.

  • Wasserdampf (H2O)
    Wasserdampf ist ein natürliches Treibhausgas. Der Wassergehalt in der Luft hängt von der Temperatur ab. Bei steigenden Temperaturen nimmt der Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre zu. Dadurch werden die Auswirkungen anderer Treibhausgase noch verstärkt.
  • Kohlenstoffdioxid (CO2)
    CO2 ist ein Gas, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger, wie Kohle oder Erdöl, entsteht. Kohlenstoffdioxid macht den Großteil des Treibhauseffektes aus, der vom Menschen selbst verursacht wird. Es handelt sich hierbei vor allem um energiebedingte Emissionen (z.B. zur Stromgewinnung). In Amazonien und Südostasien wird es auch durch das Abbrennen von tropischen Regenwäldern produziert.
  • Methan (CH4)
    Wird organisches Material unter Sauerstoffabfluss abgebaut, dann entsteht Methan. Dieser Vorgang passiert in den Mägen von Wiederkäuern, wie Rinder, oder beim Nassreisanbau, und in Mülldeponien.
  • Distickstoffoxid
    (N2O, Lachgas) Distickstoffoxid, besser bekannt als Lachgas, entsteht wenn im Boden mineralischer Stickstoffdünger abgebaut wird. Das Treibhausgas wird vor allem in der Landwirtschaft freigesetzt.
  • sogenannte F-Gase, wie FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe), FKW (perfluorierte Kohlenwasserstoffe, PFC)…
    Die F-Gase wurden vor allem als Treibgase und Kältemittel verwendet. Da ihre Verwendung zur Zerstörung der Ozonschicht beitrug, wurde die Nutzung seit 1990 stark reduziert.

Wer ist für die Gase verantwortlich?

Jedes Land ist mitverantwortlich, durch den jeweiligen Ausstoß der unerwünschten Gase. Doch nicht jedes Land produziert dieselbe Menge eines bestimmten Gases. Der Wert an Kohlenstoffdioxid ist zwar weltweit am höchsten. Er schwankt zwischen 70 Prozent für Indien und 90 Prozent in Japan. Die EU und die USA finden sich im Mittelfeld mit jeweils 80 und 82 Prozent wieder. Zweitwichtigstes Gas, das ausgestoßen wird ist Methan. Während Japan die Emission bei drei Prozent hält, beläuft sie sich in Russland und Japan auf 22 Prozent. Brasilien hält den Rekordwert von ganzen 41 Prozent. Der Wert der EU liegt bei elf Prozent, gegen acht Prozent der USA. Distickstoffoxid ist das drittwichtigste Gas. Brasilien führt mit 19 Prozent, gefolgt von Indien mit acht Prozent und der EU mit sechs Prozent. Der Tiefstwert liegt bei nur zwei Prozent in Japan. 2009 wurde ein Anstieg des Kohlenstoffdioxidgehalts von fast 40 Prozent im Vergleich zu der Zeit vor der industriellen Revolution gemessen.

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Wissenschaftler stellten die These auf, dass die Erwärmung eventuell von der Sonne bedingt wird. Doch konnte nachgewiesen werden, dass die Sonnenaktivität sich seit 1750 nicht verändert hat. Wäre die Sonne die Ursache, dann würden alle Schichten der Atmosphäre von der Erwärmung betroffen sein. Es erwärmen sich jedoch nur die unteren Schichten, da dort die Treibhausgase absorbiert werden, ohne wieder abgegeben zu werden. Klimamodelle der NASA, die die Sonnenstrahlung miteinbezogen, zeigten nicht die Ergebnisse auf, die dem aktuellen Klimawandel entsprechen würden.

Was sind die Ursachen des Klimawandels?

Es gibt verschiedene Ursachen für den Klimawandel. Dazu zählen unter anderem das Verbrennen von fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Die Abholzung von riesigen Waldflächen gehört ebenfalls zu den Ursachen. Die vermehrte Massentierhaltung, vor allem von Rindern und Schafen, die viel Methan produzieren, verursacht auch Treibhausgase. Ein weiterer Faktor in der Landwirtschaft ist die Nutzung von Düngern die Stickstoffe enthalten. Eine weitere Ursache stellen die sogenannten F-Gase (FCKW) dar. Sie werden zwar in geringeren Mengen in die Atmosphäre abgegeben, doch ist ihre Wirkung umso stärker.

Die EU hat hierfür Statistiken veröffentlicht

Vier Hauptsektoren sind für die CO2-Emissionen verantwortlich. Es handelt sich vor allem um die Gewinnung von Elektrizität und die Wärmeerzeugung. Es folgen Industrie, Produktion und Bauunternehmen. Der dritte Sektor ist der Transport, gefolgt von öffentlichen Diensten, Handel und Wohngebieten. Die jeweiligen Daten ändern sich abhängig von Land oder Region, jedoch sind es vor allem Strom-und Wärmegewinnung, die Kohlenstoffdioxid produzieren.

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Wie steht es um die Folgen des Klimawandels?

Die Erderwärmung ist die gravierendste Folge des Klimawandels. Das Polareis und die Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt an. Durch die vermehrten Treibhausgase werden Ozeane und Meere sauer, wodurch Lebensräume und wichtige Ökosysteme zerstört werden. Das Pflanzenwachstum verändert sich durch den Klimawandel ebenfalls. Es entsteht immer mehr Smog, der vor allem über großen Städten hängt und die Luft verpestet. Die Luft wird verschmutzt und die Ozonwerte steigen an. Die Ozonschicht wird weiter beschädigt, das Loch wird sich wieder vergrößern, wenn nichts gegen den Klimawandel unternommen wird. Zurzeit wird das Ozonloch zwar kleiner und könnte bis 2050 ganz verschwunden sein, doch muss darauf hingearbeitet werden.

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Was wurde bisher unternommen?

Der Weltklimarat hat während seines Elmau-Gipfels in Deutschland entschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch zu senken.
Mit dem Montrealer Protokoll von 1987, das nach der dortigen Ozonschutzkonferenz des Ozon-Sekretariats der UNEP (United Nations Environmental Programme) ratifiziert wurde, sind fluoridhaltige Gase verboten worden. Die EU hat im April 2015 vorgeschlagen, die FKWs, Fluorkohlenwasserstoffe, ebenfalls auf die Liste zu setzen und zu verbieten.
Im Kyoto-Protokoll von 1997 wurden weitere Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase festgehalten. Das Protokoll erweiterte die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen UNFCCC.