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Tsipras spricht von Erpressung durch die EU

Nur Stunden vor einem entscheidenden Treffen der Euro-Finanzminister zur Lösung der Griechenland-Krise bleiben die Fronten zwischen Athen und den

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Tsipras spricht von Erpressung durch die EU

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Nur Stunden vor einem entscheidenden Treffen der Euro-Finanzminister zur Lösung der Griechenland-Krise bleiben die Fronten zwischen Athen und den Geldgebern verhärtet. Die Finanzminister kommen an diesem Samstag um 14 Uhr in Brüssel zusammen, am Dienstag steht eine Rückzahlung Griechenlands an den Internationalen Währungsfonds an. Ebenfalls am Dienstag läuft das derzeitige Hilfsprogramm für das von der Pleite bedrohte Land aus.

“Die Prinzipien der Europäischen Union waren Demokratie, Solidarität, Gleichheit und gegenseitiger Respekt”, so der Athener Regierungschef Alexis Tsipras, beim Verlassen des EU-Gipfeltreffens. “Diese Prinzipien gründen nicht auf Erpressung und Ultimaten. Niemand hat in Zeiten wie diesen das Recht, die entscheidenden Prinzipien zu gefährden.”

Für den Fall einer Einigung schlagen die Geldgeber vor, das Rettungsprogramm bis Ende November zu verlängern. Insgesamt sollen in diesem Zeitraum 15,5 Milliarden Euro fließen.

Der Chef der EU-Kommission, Jean-Claude-Juncker, wies den Vorwurf des griechischen Regierungschefs zurück: “Es gibt kein Ultimatum”, sagte er. “Und es ist uneuropäisch, dem griechischen Volk den Eindruck zu vermitteln, es handle sich um ein Ultimatum. Wir tun die Arbeit nicht, indem wir Drohungen verkünden. Es ist hingegen antieuropäisch, anderen kein Gehör zu schenken. Das ist wirklich antieuropäisch!”

Sollten sich die Euro-Finanzminister mit Athen nicht auf ein Spar- und Reformpaket einigen, wären die Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone das Thema der Runde.

“Die Mitgliedsstaaten der Eurozone, die EU-Kommission, der Währungsfonds und die Europäische Zentralbank erwarten, dass Griechenland die Vorschläge akzeptiert”, sagt unsere Korrespondentin Efi Koutsokosta. “Inzwischen werden die Gespräche über technische Details fortgesetzt. Einige Euro-Finanzminister gehen davon aus, dass sich das Treffen am Samstag bis zum Sonntag hinziehen wird.”