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Istanbul: Gay-Pride-Marsch gewaltsam verhindert

Die türkische Polizei hat die jährliche Schwulen- und Lesbenparade in Istanbul gewaltsam verhindert. Die Teilnehmer des Gay-Pride-Marsches wurden

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Istanbul: Gay-Pride-Marsch gewaltsam verhindert

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Die türkische Polizei hat die jährliche Schwulen- und Lesbenparade in Istanbul gewaltsam verhindert.

Meinung

"Das ist die Türkei heute"

Die Teilnehmer des Gay-Pride-Marsches wurden mit Wasserwerfern, Gummigeschossen und Tränengas davon abgehalten, sich auf dem zentralen Taksim-Platz zu versammeln.

Die Veranstalter teilten mit, der zuständige Gouverneur habe die Parade ohne Vorwarnung verboten und den Taksim-Platz abriegeln lassen.

Ein Passant reagierte erbost:

“Diese Menschen fordern nichts, außer einem Status in der Gesellschaft. Sie werfen weder Steine noch Molotow-Cocktails. Trotzdem greift die Polizei ein. Das ist die Türkei heute. Sogar das Eintreten für geringfügigste Rechte verursacht solche Reaktionen. “

Polizisten drängten Demonstranten mit Regenbogenflaggen auf der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi in die entgegengesetzte Richtung vom Taksim-Platz zurück.

In den vergangenen Jahren hatte der Gay-Pride-Marsch in Istanbul ohne Zwischenfälle stattgefunden.

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten. Teile der mehrheitlich muslimischen Gesellschaft gelten aber als sehr konservativ.