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Ende der Gaza-Mission: Israelische Marine bringt Solidaritätsschiff "Marianne" auf

Im Mai war die schwedische "Marianne" in Richtung Gaza in See gestochen. Es war der dritte größere Versuch, die Seeblockade zu durchbrechen. Dies gelang nicht, aber es gab auch kein Blutvergießen.

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Ende der Gaza-Mission: Israelische Marine bringt Solidaritätsschiff "Marianne" auf

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Die israelische Marine hat ein pro-palästinensisches Solidaritätsschiff auf dem Weg nach Gaza geentert und unter ihre Kontrolle gebracht.

Meinung

Das Vorgehen der Gaza-Flotte ist scheinheilig

Die israelische Armee teilte mit, es habe auf der unter schwedischer Flagge fahrenden “Marianne” keine Gewalt und keine Gegenwehr der Mannschaft gegeben.

Das Schiff wurde in die israelische Hafenstadt Ashdod gebracht.

Ziel der internationalen Aktivisten war nach deren Angaben, die seit fast einem Jahrzehnt dauernde israelische
Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

Drei andere Boote der Solidaritätsflotte waren schon zuvor umgekehrt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte:

“Die Gaza-Aktivisten an Bord sind gekommen, um gegen den Staat Israel zu protestieren. Gegen den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten, der Terroristen bekämpft, die vorsätzlich auf israelische Bürger schießen und sich hinter palästinensischen Zivilisten verstecken. Deshalb ist das Vorgehen der Gaza-Flotte scheinheilig, eine Heuchelei.”

Unter den mehr als 50 internationalen Teilnehmern der Solidaritätsaktion ist der frühere tunesische Präsident Moncef Marzouki.

Bei einer ähnlichen Mission im Jahr 2010 hatten israelische Soldaten das türkische Schiff “Mavi Marmara” gestürmt, wobei mehrere türkische Staatsbürger ums Leben kamen.

Der Direktor der israelischen Nichtregierungsorganisation Gisha (Legal Center For Freedom of Movement), Eitan Diamond, kritisierte das aktuelle Vorgehen im euronews-Interview:

“Es ist schwierig, diese Politik zu verstehen, die nur mit Sicherheitsgründen argumentiert. Einer der von israelischen Behörden angeführten Gründe ist der Wunsch, Druck auf die Bevölkerung von Gaza und die den Gazastreifen kontrollierende Hamas auszuüben, in der Hoffnung, dass das zu einem weniger extremistischen Regime führen könnte oder zu einem Regierungswechsel. Offensichtlich hat das nicht funktioniert.”

Die “Koalition zur Unterstützung der Gaza-Flotte” warf Israel bei einer Pressekonferenz in Gaza “Piraterie” vor:

Die Palästinenserorganisation Hamas sprach von einer “Entführung” der Gaza-Aktivisten durch die israelische Armee.

Euronews-Korrespondent Luis Carballo kommentierte in der israelischen Hafenstadt Ashdod:

“Die Reise der Gaza-Flotte endet – wie schon Vorgängermissionen – hier im israelischen Hafen Ashdod. Dieses Mal ohne Anwendung von Gewalt. Die Kritiken bleiben dieselben: Warum beharrt Israel auf einer Blockadehaltung, die die palästinensische Bevölkerung trifft, aber nicht die Hamas?”