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Tsipras verspricht schnelle Einigung mit Gläubigern nach Referendum


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Tsipras verspricht schnelle Einigung mit Gläubigern nach Referendum

Zwei Tage vor dem Referendum zu den Reformplänen in Griechenland hat Ministerpräsident Alexis Tsipras versichert, dass ein “Nein” der Wähler sich positiv auf die Verhandlungsposition der Athener Regierung mit den Geldgebern auswirken werde. In einem Interview erklärte er: “Wenn das Ja-Lager gewinnt, werden die Banken mit einem Abkommen öffnen, das nicht überlebensfähig ist. Wenn das jedoch die Entscheidung des Volkes ist – ob aus Angst, wegen Drucks oder aus freier Entscheidung – werden wir das respektieren. Wenn das Nein-Lager klar gewinnt, dann kann ich ihnen versichern, dass ich am Tag darauf in Brüssel sein werde und ein Abkommen unterschrieben wird”.

In einem am Donnerstag veröffentlichen vorläufigen Bericht des Internationalen Währungsfonds heißt es, Griechenland benötige in den kommenden drei Jahren 50 Milliarden Euro. Außerdem müsse für mindestens 20 Jahre auf eine Rückzahlung der Schulden verzichtet werden. Bei dem IWF-Bericht handelt es sich um einen ersten Entwurf über eine Bewertung der Schuldentragfähigkeit des Landes – veröffentlicht nach Angaben des IWF weil Informationen vorab bekannt wurden.

Wirtschaftsanalystin Megan Greene von Manulife Asset Management meint: “Wenn der IWF sich für einen Schuldenschnitt ausspricht, dann sind die Schulden beim IWF selbst passenderweise davon ausgeschlossen. Die EZB hat genau das gleiche getan. Auch sie ist für einen Schuldenschnitt mit Ausnahme der ihr geschuldeten Gelder. Es sind vor allem Deutschland und einige andere Euro-Länder, die gegen einen Schuldenschnitt sind.”

Am vierten Tag in Folge blieben die griechischen Banken am Donnerstag geschlossen. Weil die EZB ihre Nothilfen nicht aufstockte, geht den Banken das Geld aus. Trotz Kapitalkontrollen bezweifeln Experten, dass die Reserven bis Montag ausreichen.

Tsipras bezeichnete die langen Warteschlangen vor den Geldautomaten in dem TV-Interview als beschämend. Dafür verantwortlich seien die Partner in der Euro-Zone, die die Europäische Zentralbank dazu gezwungen hätten, die für die griechischen Banken wichtige ELA-Notkredite einzufrieren.

Über Twitter teilte Tsipras mit, dass die Regierung alles in ihrer Macht stehende tun werde, um die schwierige Situation des Landes zu verbessern:

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