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Tunesien verhängt Ausnahmezustand nach Terrorattacke auf Touristen


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Tunesien verhängt Ausnahmezustand nach Terrorattacke auf Touristen

Der tunesische Präsident Béji Caïd Essebsi hat rund eine Woche nach der Ermordung Dutzender Urlauber durch einen Islamisten den Ausnahmezustand verhängt. Er soll zunächst für 30 Tage gelten.

Seit am 26. Juni ein 24-Jähriger in einer Ferienanlage 38 Urlauber erschoss, patrouillieren an Touristenhochburgen rund 1000 Sicherheitskräfte zusätzlich.

Doch ein Großteil der Besucher hat das Land verlassen – eine Katastrophe die dem wichtigen Touristensektor, Schätzungen zufolge, über 400 Millionen Euro Verluste bescheren könnte.

“Ich glaube, und das sage ich ganz offen, dass das Land kollabieren wird, wenn ein Ereignis wie in Sousse wieder passiert. Es ist meine Pflicht als Präsident, dafür zu Sorgen, dass dieser Fall nicht eintritt, so Gott will”, sagte Essebsi in einer Fernsehansprache.

Am Samstag wurden die letzten der 30 britischen Opfer nach Großbritannien gebracht. Die tunesischen Behörden machen die militante Gruppe Ansar al-Sharia verantwortlich: Sie soll den Todesschützen von Sousse und die beiden Angreifer auf das Bardo-Museum in Tunis im Nachbarland Libyen ausgebildet haben. Dort stehe auch die IS-Miliz vor der Tür sagte Präsident Essebsi.

Der letzte Ausnahmezustand in Tunesien galt nach dem Umsturz des Arabischen Frühlings für gut drei Jahre. Während dieser Zeit durfte die Polizei beispielsweise schießen, wenn sich ein Verdächtiger widersetzte. Die neue Regierung hatte den Ausnahmezustand erst im März 2014 wieder aufgehoben.

Schon kurz nach dem Attentat gaben die Behörden die Schließung der rund 80 nicht-staatlich kontrollierten Moscheen des Landes bekannt. Die Regierung will damit Hasspredigern ihre Foren entziehen.

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