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Schicksalsreferendum: In Griechenland öffnen die Wahllokale

Seit 6 Uhr MESZ können die Griechen über die Reform- und Sparvorgaben der Gläubiger abstimmen. Das zugehörige Hilfspaket ist jedoch seit Dienstag abgelaufen.

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Schicksalsreferendum: In Griechenland öffnen die Wahllokale

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In Griechenland sind rund 10 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, über den künftigen Spar- und Reformkurs des Landes abzustimmen.

Vieles könnte sich nach dem Referendum ändern: Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte dazu aufgerufen, mit “Nein” zu stimmen. Davon verspricht sie sich nach eigenen Angaben eine verbesserte Verhandlungsposition mit den Geldgebern. Das “Nein” könnte jedoch auch zu einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone führen. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einem sogenannten “Grexit”, das Signal an die Länder außerhalb der EU wäre “verheerend”, sagte er.

Ein “Ja” könnte das Ende der Regierung bedeuten: Tsipras hatte seinen Rücktritt in diesem Fall angedeutet, Finanzminister Varoufakis hatte klar angekündigt dann sein Amt niederlegen zu wollen. In Brüssel erwartet man im Fall des “Ja” Neuwahlen und eine Übergangsregierung, mit der weiter verhandelt werden kann.

Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr MESZ. Zwei bis vier Stunden später darf laut Informationen der Regierung mit aussagekräftigen Ergebnisse gerechnet werden. Meinungsforschern zufolge ist die Bevölkerung tief gespalten. Es wird deshalb ein sehr knappes Resultat erwartet.

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Hintergrund

Das Referendum hatte Regierungschef Tsipras am vergangenen Samstag (27. Juni) überraschend angekündigt. In Brüssel interpretierte man das als Absage an die Verhandlungen. Am Sonntag entschied die EZB, ihre Notkredite für die griechischen Banken nicht auszuweiten. Das hätten diese jedoch dringend benötigt: Aus Angst vor einem Austritt des Landes aus dem Euro, haben Griechen in den vergangenen Wochen massenhaft Bargeld abgehoben. Weil die Geldreserven der Banken bald aufgebraucht sein dürften, führten die Geldinstitute Kapitalkontrollen ein. Nur 60 Euro pro Tag darf jeder Grieche seither abheben.