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Bankaktien leiden unter dem "όχι"

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Bankaktien leiden unter dem "όχι"

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Das überraschend klare “Nein” der griechischen Bevölkerung zu den Reformvorschlägen der Gläubiger hat die Bankaktien in Europa auf Talfahrt geschickt.

Der Index für Papiere der Geldhäuser der Euro-Zone sackte um bis zu 3,2 Prozent ab.

Vor allem Papiere südeuropäischer Institute wie der italienischen Banco Popolare, der spanischen Banco de Sabadell oder der portugiesischen BCP fielen bei den Anlegern in Ungnade. Ihre Aktien verloren zwischen vier und 5,5 Prozent. An der Börse Frankfurt büßten Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank jeweils 2,5 Prozent ein.

Die in den USA notierten Titel der National Bank of Greece stürzten um 15 Prozent ab.

Dax und EuroStoxx50 brachte das Ergebnis der Volksabstimmung dagegen nur kurz aus dem Tritt – minus 1,26;1,75 Prozent.

Charles Hall, Börsenexperte, Peel-Finanzgruppe, London:

“Ich meine, der Risikofaktor war nie so groß wie er dargestellt wurde. Das gibt gute Schlagzeilen zu sagen Crash auf den Finanzmärkten. In Wahrheit geht das doch nun schon eine Weile so. Es sah mal aus nach einem entscheidenden Moment, aber das Spiel geht weiter – kein Ende in Sicht.”

Die Athener Börse wie auch die meisten Geldhäuser blieben bis auf weiteres geschlossen. Damit soll vermieden werden, dass die Griechen ihre Konten komplett leer räumen und die Banken dadurch in die Pleite trudeln.

Die Schwäche des Euro hielt sich nach dem Rücktritt des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis in Grenzen. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,1051 US-Dollar, rund einen halben Cent niedriger als am Freitag.

61 Prozent der griechischen Wähler hatten sich am Sonntag gegen die Sparforderungen der Geldgeber ausgesprochen und damit Ministerpräsident Alexis Tsipras den Rücken gestärkt. “Das Votum bedeutet nicht das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro”, betonte Andrew Milligan, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Standard Life Investments. “Alles wird vom Willen zum Kompromiss aller Seiten abhängen. Die Uhr tickt.”

su mit dpa, Reuters