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Europäische Zentralbank: Keine neue Notfall-Liquiditätshilfe für Griechenland

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Europäische Zentralbank: Keine neue Notfall-Liquiditätshilfe für Griechenland

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hält laut
Medienberichten (Bloomberg) eine größere finanzielle Unterstützung des griechischen Bankensystems vorerst für unnötig. Die Banken könnten bis Mittwoch ohne zusätzliche Notfallkredite (Emergency Liquidity Assistance, ELA) überleben, so eine Nachrichtenagentur unter Berufung auf Insider.

Am 28. Juni hatte der Rat der EZB die mehrfach aufgestockte Notfall-Liquiditätshilfe ELA bei 89 Milliarden Euro eingefroren. Athen sah sich dadurch gezwungen, die Banken des Landes bis auf Weiteres zu schließen und über Kapitalverkehrskontrollen Abhebungen am Automaten und Auslandsgeschäfte stark einzuschränken.

Als ELA können Notenbanken vorübergehend illiquiden Kreditinstituten gegen Sicherheiten Liquiditätshilfen gewähren, wenn bei den Instituten die Solvabilität noch gewährleistet ist.

Robert Halver, Baader Bank, Frankfurt:

“Die EZB wird sich weiter bedeckt halten. Sie wird jetzt ihr Niveau an Notkrediten nicht weiter steigern, auch nicht zurückfahren, aber sie kann nichts oben drauflegen, denn dann wäre es verdeckte Staatsfinanzierung. Die EZB ist nicht dafür da, um eine Alternativfinanzierung für Gläubiger zu machen, das wird sie nicht tun. Sie sagt: Ich warte, was jetzt verhandelt wird.”

ELA-Notkredite sind seit Monaten die einzige Geldquelle der griechischen Banken. Dreht die EZB diesen Geldhahn zu, ist ein Pleite vieler Institute nach Einschätzung von Ökonomen nicht mehr abzuwenden. Kritiker sind längst der Ansicht, über ELA würden marode Banken künstlich am Leben gehalten, die EZB müsse diese Gelder daher stoppen.

Die meisten Beobachter rechnen damit, dass die EZB die Notkredite für Griechenlands Banken aufrechterhalten wird, solange auf politischer Ebene weiter verhandelt wird. Für diesen Dienstag ist ein Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 Euroländer in
Brüssel angesetzt.

Bei dem Referendum am Sonntag war eine überraschend deutliche Mehrheit der Griechen der Linie von Regierungschef Alexis Tsipras gefolgt und hatte sich gegen die Spar- und Reformvorschläge der internationalen Geldgeber ausgesprochen.

su mit AFP